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Dieb traf der Schlag

DORTMUND Der Schuss ging nach hinten los: Beim Versuch, an einer Bahnstrecke ein Stromkabel zu klauen, ist ein 41-jähriger Dieb lebensgefährlich verletzt worden. Der Unfall ereignete sich bereits am vergangenen Freitag, wie die Polizei erst gestern mitteilte.

von Von Andreas Wegener

, 04.10.2007
Dieb traf der Schlag

Der Dortmunder hatte sich um 22 Uhr noch vom Tatort bis an die Bornstraße geschleppt – dort sahen Passanten, wie er zusammenbrach und alarmierten den Rettungsdienst. Mit großflächigen Brandverletzungen kam der Täter in die Unfallklinik. Später entdeckten Bundespolizisten das durchtrennte Starkstromkabel.

      Wegen steigende Altmetall-Preise würden Diebe immer leichtsinniger, erklärte Dr. Ina Holznagel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Laut Bahnpolizei begäben sich Täter trotz der Warnschilder täglich in Lebensgefahr, wenn sie Masten, Züge oder Gebäude besteigen: „Sie vergessen, dass man Stromleitungen nicht einmal berühren muss, um einen tödlichen Schlag zu erhalten.“ Nähere sich ein Mensch der Fahrleitung mit rund 15 000 Volt (eine Haussteckdose hat nur 240 Volt), könne er von einem Lichtbogen getroffen werden.

Für die Deutsche Bahn und für die Bahnkunden wird der leichtsinnige Rohstoffklau trotz erheblicher Fahndungserfolge der Bundespolizei mehr und mehr zum Problem. Seit 2004 ist ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen zu verzeichnen. Jahr für Jahr entstehen Millionenschäden. Die Leidtragenden sind nicht selten die Fahrgäste. So brach in Düsseldorf Mitte Juni der Bahnverkehr zusammen, weil Diebe Signalkabel aus Kupfer entwendet hatten. Weichen und Signale funktionierten nicht mehr. Zehntausende Reisende steckten in den Zügen fest. Vor rund zwei Monaten funktionierten in Kirchderne wochenlang einige Schranken nicht mehr, weil Diebe neue Kabelrollen entwendet hatten.

 

  

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