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Doppel-Papa als Riesenbaby

Noch nie, sagt Matthias Heße, habe er auf der Bühne eine Vaterrolle gespielt. Doch genau darin glänzt er nun im wahren Leben - und das gleich doppelt.

26.12.2007

Doppel-Papa als Riesenbaby

<p>Hier kommt ein Mann zur Welt: Im gleichnamigen Stück spielt Matthias Heße (hier mit Manuel Harder) das Baby. Foto Stage Picture</p>

Der Schauspieler, der im aktuellen Erfolgsstück "Kommt ein Mann zur Welt" das Riesen-Baby spielt, ist kurz nach der Premiere selbst Vater geworden. Doch statt eines Mannes hat er gleich zwei bekommen: Der 33-jährige wurde Zwillings-Vater. Zwei gesunde Jungen, Julian und Kielian, halten ihn und seine Frau Daniela seit dem 1. Oktober auf Trab.

Natürlich wussten alle Schauspieler-Kollegen und auch Regisseur Hermann Schmidt-Rahmer, dass da ein werdender Vater mit ihnen probte - genau deshalb wurde Matthias Heße für die Geburtsszene ausgesucht. "Es hieß: Mach du das mal, du wirst es ja bald live erleben. Inzwischen habe ich dank meiner Söhne einen ganzen Fundus an Gesichtsausdrücken, aus dem ich schöpfen kann", sagt Matthias Heße lachend.

Es gibt für den Schauspieler noch einen zweiten skurrilen Zusammenhang zwischen Bühnengeschehen und Wirklichkeit. "Der Zeugungstermin liegt rein rechnerisch in der Probenphase zu ,Was ihr wollt' - in dem Shakespeare-Stück geht es ja um ein Zwillingspaar", sagt er, während Kielian aus dem Hintergrund kräht. Oder ist es Julian? Noch können die Eltern ihre (zweieiigen) Zwillinge nicht am Geschrei erkennen, auch wenn ihnen Kielian etwas ruhiger erscheint.

Dass er ein Engagement gerade am Dortmunder Theater hat, freut Matthias Heße in seinem neuen Lebensabschnitt besonders. "Das Dortmunder Haus gilt in der Theaterszene als sehr familienfreundlich", sagt er, "es wird Eltern vieles ermöglicht, was einen anderswo ins Aus katapultieren würde."

Trotzdem ist ein Familienleben als Theatermensch stressig genug. Der Tag beginnt für Matthias Heße in der Regel um 4 Uhr morgens mit Babygeschrei - vier Stunden, bevor der Wecker für den Schauspieler klingelt. Von morgens bis mittags wird geprobt, zurzeit für die "Blues Brothers". Dann geht es wieder nach Hause. Zwischen 18 und 22 Uhr stehen weitere Proben an - oder aber eine Vorstellung. Neue Rollentexte lernt Heße also in der S-Bahn auf dem Weg von seiner Heimatstadt Bochum.

Seine Frau, die vor der Geburt zehn Wochen lang im Krankenhaus liegen musste, hat "Kommt ein Mann zur Welt" noch nicht gesehen. Warum auch - sie hat es schließlich wahr gemacht. Katrin Pinetzki

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