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Dortmund in der Hosentasche

DORTMUND "Es ist vollbracht". Mit diesen Worten und einer Unterschrift setzte Stadtdirektor Ullrich Sierau am Mittwoch die letzte von 842 Liegenschaftskarten auf Karton "außer Gebrauch". Sie kommen ins Archiv. Ab sofort löst der Computer Tusche, Feder und Kartennadel als Werkzeug ab; denn das städtische Liegenschaftskataster ist vollständig digitalisiert.

von Von Gaby Kolle

, 17.10.2007
Dortmund  in der Hosentasche

Stadtdirektor Ullrich Sierau setzt die letzte Liegenschaftskarte aus Karton "außer Gebrauch".

Mit seiner Unterschrift zog Stadtdirektor Sierau einen Schlussstrich unter eine 200 Jahre alte Ära. Für die Digitalversion des städtischen Liegenschaftskatasters wurden weit über 800.000 Karten, Handzeichnungen, Vermessungsrisse und Grenzniederschriften übertragen - 1,8 Mio. Objekte auf einem Speicherstift. So lässt sich eine ganze Stadt in die Tasche stecken.

"Ein Riesenjob, der hier gemacht wurde", lobte Sierau. Zusammen mit dem inzwischen ebenfalls digital geführten Grundbuch verfügt Dortmund damit über einen kompletten digitalen Eigentumsnachweis.

Für den Nutzer geht es schnell

Die Digitalisierung hat ihre Zeit gebraucht, schon vor fünf Jahren wurde die erste Liegenschaftskarte in Bits und Bytes nachgezeichnet. Dafür geht es heute für die Nutzer schnell. Für Notare und Architekten, Banken und Behörden z.B. zwei Minuten statt drei, vier Tage Postweg, versichert Bereichsleiter Ulf Meyer-Dietrich.

Ob Firmenansiedlung oder Expansion - rund die Hälfte aller Standortentscheidungen würden inzwischen mit Hilfe von Geomarketing-Analysen vorgenommen. Tendenz steigend, so Sierau: "Für Unternehmen sind schnell und unkompliziert verfügbare Geodaten also immens wichtig."

Nur gucken kostet nichts

Auf alle im Katasteramt geführten Daten können neben der Stadtverwaltung auch Dritte über das virtuelle Rathaus unter der Internetadresse www.domap.de zugreifen (bei Eigentumsinformationen allerdings nur mit spezieller Berechtigung). Nur gucken kostet nichts.

Die bei Bedarf mit Luftbildern unterlegten Geodaten des Liegenschaftskatasters bilden auch die Grundlage für ein virtuelles 3D-Stadtmodell, das zurzeit für Dortmund im Aufbau ist.

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