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Dortmund zum Durchblättern

DORTMUND Seit vier Jahren gibt es Galore, ein bundesweit erscheinendes Magazin voller Interviews mit Prominenten aus aller Welt. Dass Redaktion und Verlag in Dortmund sitzen, erstaunt viele Leser – man vermutet ein solches Heft wohl eher in Berlin. Höchste Zeit also für eine Sonderausgabe über Dortmund! Die ist nun frisch erschienen.

von Von Katrin Pinetzki

, 13.12.2007
Dortmund zum Durchblättern

Michael Lohrmann (li) und André Boße mit der Dortmund-Sonderausgabe ihrer Zeitschrift "Galore".

Statt Juliette Binoche oder Herbert Grönemeyer ist in dieser Ausgabe Dortmund der Star, der in Porträts und Interviews, Reportagen und Features vorgestellt wird. In ganz Deutschland werden die „Geschichten über Dortmund und die Menschen dieser Stadt“, so der Untertitel der 146-seitigen Zeitschrift, nun für 3,90 Euro verkauft. Die Illustration auf dem Titelblatt ist ein Zusammenschnitt architektonischer Wahrzeichen: Florianturm und Dortmunder U, RWE-Tower, Harenberg-Haus und Oper, Stadion und ein Förderturm, Westfalenhalle, Reinoldikirche und Botta-Bibliothek.

„Wir wollten der Stadt einen Gefallen tun und auch einmal unbekannte Seiten darstellen. Schließlich haben selbst Dortmunder oft ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Stadt“, sagt Chefredakteur André Boße, der selbst erst vor zwei Jahren von Münster nach Dortmund zog. Herausgekommen sei dennoch keine Hochglanz-Werbebroschüre, behauptet er.

Viele der prominenten Dortmunder, die im Inneren zu Wort kommen, sind freilich keine mehr: Sänger Sasha wohnt längst in Hamburg, Schauspieler Dietmar Bär in Berlin, Michael Steinbrecher in Wiesbaden. Und viele der Themen, die aufgearbeitet werden, zeigen wahrlich keine neuen Seiten der Stadt: Es geht um die Bierbrau-Tradition, um einen Dortmunder Azubi unter Tage (der freilich in Hamm arbeitet), um den Strukturwandel. Aber man erfährt eben auch von Götz Kühnemund, dem Chefredakteur des Szenemagazins „Rock Hard“, von der Dortmunder Punkszene, von einem europaweit gebuchten DJ oder vom erfolgreichen Amateurfilmer Manfred Riep.

Absagen für ein Interview habe es keine gegeben, sagt Chefredakteur Boße, nur eine: BVB-Präsident Rauball hatte wohl gerade andere Sorgen. Pascal Ledune, Sprecher der städtischen Wirtschaftsförderung, ist auf jeden Fall zufrieden und hat das Engagement des kleinen Verlags unterstützt. Mit der Abmachung, unverkaufte Exemplare für die städtische Eigenwerbung anzukaufen, ist der Absatz der 120.000er-Auflage gesichert.

Für das vierköpfige Redaktionsteam, das mit 20 Autoren zusammen arbeitete, ist das Heft ein Experiment. Verkauft es sich gut, werde man über weitere Städte-Ausgaben nachdenken, sagt Herausgeber Michael Lohrmann.

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