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Dortmunder Polen trauern um Präsidenten

Kaczynskis Tod

DORTMUND Mit Tränen in den Augen gedachten Dortmunder Polen am Sonntag ihres verstorbenen Präsidenten und der anderen tödlich verunglückten Flugpassagieren. In St. Anna beteten und weinten sie gemeinsam.

von Von Inga Wolter

, 12.04.2010
Dortmunder Polen trauern um Präsidenten

Trauerte mit seiner Gemeinde: Pfarrer Dr. Ryszard Mroziuk.

Pfarrer Dr. Ryszard Mroziuk verneigt sich vor einem Bild des verstorbenen Lech Kaczynski. Neben dem Altar steht es, geschmückt mit Blumen, davor ein Grablicht. „Schon am Samstag haben mich Leute angerufen und am Telefon geweint“, erzählt er. „Ein Mann sagte: Wir haben die besten Menschen unserer Regierung verloren.“

Zu den vier Gottesdiensten am Sonntag kamen auch Menschen, die Mroziuk noch nie gesehen hatte, darunter einige Deutsche – trotz Predigt in Polnisch. „Ich habe nichts verstanden“, habe ein Deutscher gesagt. „Aber ich wollte mit euch beten.“ Bei dem Flugzeug-Absturz starb auch eine Bekannte der Polnischen Katholischen Mission: Senatorin Dr. Janina Fetlinska, die noch vor zwei Wochen in St. Anna zu Besuch war. „Das Unglück hat uns gezeigt, wie zerbrechlich das Leben ist“, meint Mroziuk.

Tedensz Sokolowski, Dortmunder Pole, denkt über die Zukunft seiner Heimat nach: „Es ist eine Tragödie für Polen, aber es bringt auch etwas Positives mit sich. In der russischen Bevölkerung könnte es nun mehr Verständnis für Katyn geben.“ Da in Russland jetzt viel über das Massaker berichtet würde, könnten sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern verbessern. „Durch solche Trauer kann Polen eine Zukunft aufbauen.“ „Der Unfall verbindet uns“, meint auch Mroziuk. Und so klingelten auch am Sonntagnachmittag noch Familien bei dem Priester, um Kerzen für die Verunglückten anzuzünden.