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Dramatisch wie ein Ernstfall

Notfallübung für Rettungshelfer

WICHLINGHOFEN Der Stress steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Kurze Kommandos dringen durch die Schutzhelme ins Gehirn. Unter Hochdruck und doch präzise arbeiten die Hände. Freiwillige Feuerwehr, Rotes Kreuz und Arbeiter Samariter Bund proben den Ernstfall.

von Peter Bandermann

, 08.04.2010
Dramatisch wie ein Ernstfall

Authentisch: Ein Mädchen im Auto eingeklemmt und in Lebensgefahr. Für seine Retter ein echter Härtetest.

9.17 Uhr. Michael Jorg von der Freiwilligen Feuerwehr Syburg löst als Übungsleiter Alarm aus. „Schwerer Unfall aus der Brandisstraße in Wichlinghofen.“ Vier Minuten später rast ein Rettungswagen des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) an. Zwei Einsatzkräfte springen aus dem Wagen und erkennen den auf dem Dach liegende PKW. Zwei Verunglückte. Ein ansprechbarer Erwachsener, vermutlich der Fahrer, und ein Kind – ein elfjähriges Mädchen. Bewusstlos. Die Retter funken Informationen raus, wirken angespannt. Von Übung keine Spur.

Die 11-Jährige hält sich genau an die Vorgaben – und löst bei Michael Erdmann, Rettungsassistent-Anwärter im zweiten Ausbildungsjahr beim ASB, Herzrasen aus. „So authentisch habe ich das noch nie erlebt.“ Erdmann musste zu ihr ins Auto kriechen. Arbeitshöhe: 40 Zentimeter.

20.32 Uhr. Das Mädchen verlässt strahlend den Rettungswagen. Einen so aufregenden Ferientag hatte sie noch nie. Erdmann sitzt auf dem Trittbrett des ASB-Rettungswagens, blickt ins Leere, baut Stress ab. Zwei Sätze sagt er: „Ich wünsche mir, nie nach einem so schlimmen Unfall so nah an einem Kind sein zu müssen. Wenn doch, dann bin ich jetzt vorbereitet.“