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Drei Jugendliche schicken Polizei in den April

Riesiger SEK-Einsatz

MARTEN Dieser Aprilscherz dürfte drei Jugendliche teuer zu stehen kommen - Um von eigenen Taten abzulenken, hat ein betrunkenes Trio Donnerstagabend einen riesigen Polizei-Einsatz ausgelöst. Die erfundenen Schilderungen waren so dramatisch, dass sogar die vermummten Kräfte des Spezialeinsatz-Kommandos (SEK) anrückten. Völlig überflüssig.

von Von Jörg Heckenkamp

, 02.04.2010
Drei Jugendliche schicken Polizei in den April

April, April: Drei betrunkene Jugendliche hatte einen Überfall vorgetäuscht, um von eigenen Straftaten abzulenken.

Die Einsatznachricht am Donnerstagabend (1. April) um 18.43 Uhr klang zunächst dramatisch: eine größere Gruppe habe versucht, auf dem Gelände des Christlichen Jugenddorfes (CJD) in Marten einen Baucontainer aufzubrechen. Dabei seien sie von Mitarbeitern des CJD entdeckt worden, woraufhin sie mit Messern und Baseballschlägern auf die Zeugen losgegangen seien. Sogar Schüsse sollen gefallen sein.       Die Polizei löste Großalarm aus. Das SEK war stundenlang im Einsatz, suchte auf dem Gelände nach den Tätern - vergeblich. Das Areal war abgesperrt, hinter dem Flatterband verfolgten viele Neugierige das Geschehen. Sogar ein Polizei-Hubschrauber kreiste über dem Tatort. Als die Beamten überhaupt nicht fündig wurden, nahmen sie sich die drei Zeugen (16, 18, 21 Jahre) vor, die den Notruf abgesetzt hatten. Sie gaben sogar an, von den vermeintlichen Tätern verletzt worden zu seien. Dabei verstrickte sich der Jüngste in Widersprüche.

Schließlich kam Folgendes heraus: Das Trio hatte auf dem Martener CJD-Gelände ordenlich gebechert und dabei einen PKW beschädigt. Anschließend brachen die Drei in einen Baucontainer ein und randalierten darin. Dabei verletzte sich einer an der Hand. Nun kamen sie auf die glorreiche Idee der Lügen-Geschichte vom Überfall, um von ihren eigenen Taten abzulenken. Offenbar waren sie nicht nur alkoholisiert, sondern verfügten auch über viel Fantasie: Jedenfalls erzählten sie der Polizei eine ordentliche Räuberpistole von einem Banden-Überfall, dass sie mit Messern und Baseballschlägern angegriffen worden seien, dass sogar ein Schuss gefallen ist, usw. Am Ende hieß es schließlich: April, April.