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Durch die Jahrhunderte

"Orte der Einkehr und des Gebets" stehen zum Tag des offenen Denkmals am 9. September im Mittelpunkt. Wir stellen sie in einer Serie vor. Heute: St. Margaretha in Eichlinghofen, St. Clara in Hörde und Heilige Familie in Brünninghausen.

21.08.2007

Eine Reise durch die Jahrhunderte können Besucher am Tag des offenen Denkmals im Dortmunder Süden unternehmen - wie drei eindrucksvolle Beispiele aus dem Programm zeigen.

Zu den weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Gotteshäusern zählt die ev. Kirche St. Margaretha in Eichlinghofen, die als romanische Hallenkirche aus dem frühen 13. Jahrhundert stammt. Hauptschiff und Westturm sind noch immer in ihrer mittelalterlichen Erscheinungsform erhalten.

An der Stelle des Ostchores entstand allerdings zum Ende des 19. Jahrhunderts ein Erweiterungsbau. Ihm verdankt die Gemeinde aber immerhin einen besonderen Schatz: eine große Kirchenbibel als Einweihungsgeschenk der deutschen Kaiserin Viktoria, die seitdem aufgeschlagen auf dem Abendmahlstisch liegt. Sehenswert sich auch die im Stil der Nazarener gestalteten Fenster im Chor-Bereich.

Figurenschmuck

Eine Brücke zwischen den Jahrhunderten, zwischen Mittelalter und später Neuzeit schlägt die Stiftskirche St. Clara. Baulich ist sie ein Kind der Industrialisierung; sie entstand 1862-1865 im zeitgemäßen neugotischen Stil. Doch sie beherbergt noch immer Spuren des untergegangenen Clarissenklosters in Hörde. Es war 1339 von Graf Konrad von der Mark und seiner Frau gegründet worden. 1583/84 wurde es in ein freiweltlich adeliges Frauenstift umgewandelt, bevor es 1812 säkularisiert wurde. Zu den Erinnerungen an das alte Kloster gehört u.a. der Grabstein des 1398 gestorbenen Dietrich von der Mark - das wohl einzige auf dem Dortmunder Stadtgebiet befindliche Grabmal mit Figurenschmuck im nördlichen Seitenschiff. Es zeigt den Edelherrn als Ritter in voller Rüstung.

Für die neue Sakristei wurde schließlich eine gotische Türeinfassung wieder verwendet. Und nicht zuletzt knüpft das hölzerne Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert über dem Altar an die alte Tradition der Stiftskirche an. Am Tag des offenen Denkmals werden außerdem ein restauriertes Messgewand aus der Zeit um 1450 und ein Medaillon mit der Auferstehung Christi vor der Hörder Stadtsilhouette aus den Beständen des alten Klosters gezeigt.

Neue Kirche

Der jüngste Kirchenbau, der am Tag des offenen Denkmals zu besichtigen ist, ist die Kirche Heilige Familie in Brünninghausen, wobei auch sie einen früheren Kirchenbau ersetzt. Die erste Brünninghauser Kirche wurde am 10. Oktober 1921 nach nur sechs Monaten Bauzeit auf dem Grundstück an der Hagener Straße eingeweiht, das Freiherr Gisbert von Romberg zuvor der katholischen Kirche geschenkt hatte. Beim letzten großen Bombenangriff des Zweiten Weltkriegs am 12. März 1945 wurde das Gotteshaus allerdings schwer zerstört. 1961 wurde schließlich der Grundstein für eine neue größere Kirche gelegt, die nach Plänen des Architekten Otto Weicken gebaut und 1964 eingeweiht wurde.

Ovaler Grundriss

Offenheit und klare Strukturen prägen auch hier die Gestaltung des Kirchenraumes auf ovalem, auf den Altar hin ausgerichtetem Grundriss. Ganz so widerstandsfähig wie die mittelalterlichen Kirchenbauten ist die moderne Architektur aber offenbar nicht: In den letzten Jahrzehnten wurde die Kirche mit dem wie organisch aus dem Kirchenschiff empor wachsenden Kirchturm bereits innen wie außen umfangreich renoviert. Oliver Volmerich

Am Tag des offenen Denkmals (9. 9.) finden in St. Margaretha an der Eichlinghofer Straße 6 um 10.30 Uhr eine Führung zu den Fensterbildern der Kirche mit Petra Schulz statt, um 15 Uhr eine Kirchenführung, von 12 bis 14 Uhr ein Pilgergang, innerhalb und außerhalb der Kirche. Um 14.30 Uhr ist Zeit zum stillen Gebet, um 16 Uhr für gemeinsame Fürbitten.

In St. Clara , Am Stift, in Hörde gibt es von 13 bis 16 Uhr stündliche Führungen durch Heimatforscher Willi Garth mit abschließendem Orgelspiel durch Prof. Heinrich Korte.

Die Kirche Heilige Familie an der Hagener Straße 21 ist von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Um 14 und 16 Uhr finden Kirchenführungen mit dem Architekten Dr. Peter Kroos statt.

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