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Ehedrama - Rentner zu Bewährungsstrafe verurteilt

Amtsgericht Dortmund

DORTMUND Jahrelang behandelte der Angeklagte seine Frau wie eine Sklavin, ließ sie nur im ehemaligen Kinderzimmer schlafen. Als sich die 67-Jährige endlich wehrte, schlug er zu. „Ich bin am Ende“, sagte die Dortmunderin vor dem Amtsgericht.

23.04.2010

Mürrisch, fast regungslos verharrte der 76-Jährige auf der Anklagebank, während seine Frau von den traumatischen Erlebnissen berichtete. Unter Tränen schilderte die Hausfrau, wie ihr der Dortmunder im Mai 2009 mit Fäusten auf den Kopf geschlagen hatte. „Weil ich mich in eine geschäftliche Sache eingemischt habe“, so die 67-Jährige.

Nur vier Monate später ging der 76-Jährige mit einem Barhocker auf seine Frau los. „Ich hatte Blutergüsse und geschwollene Hände.“ All das sah ihr Mann jedoch anders. Es habe nur eine „Auseinandersetzung“ gegeben; seine Frau habe ihn provoziert. „Alles andere ist Quatsch.“ Dabei war die 67-Jährige wohl schon an die Ausbrüche des Angeklagten gewöhnt - getrennt hat sie sich bis heute nicht. „Er kürzt mir das Geld, wenn die Telefonrechnung zu hoch ist“, so die Hausfrau. Das Auto dürfe sie nie benutzen. Und als sie einmal ein Glas Wasser aus der Flasche ihres Mannes genommen habe, sei er ausgerastet. „Ich schlag dich tot“, soll er gebrüllt haben. Den Haushalt schmeißt die Dortmunderin trotzdem. „Ich habe Angst.“ Gerade vor diesem Hintergrund verurteilte das Gericht den Angeklagten am Ende zu fünf Monaten Haft auf Bewährung. „Das Verhalten ist in keiner Weise hinnehmbar“, sagte der Richter in der Urteilsbegründung. Er riet der Frau des 76-Jährigen, Hilfe bei einem Anwalt zu suchen.