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"Ein sehr subjektives Phänomen"

30.08.2007

Eichlinghofen " Gesund durch Physik?" hieß die Vorlesung, die Prof. Dr. Dietrich Wegener, emeritierter Professor für Physik an der Universität Dortmund, im letzten Jahr gehalten hat. "Das Ohr ist ein hochkompliziertes Gebilde und sehr empfindlich", sagt Dietrich Wegener. "Es wandelt Luftbewegungen, auch Schall genannt, in elektrische Signale um, die das Gehirn verarbeiten kann."

Wenn es zu laut wird, schützt sich das Organ selbst, die Membran im Innenohr spannt stärker und lässt so weniger Schallwellen durch. "Nur irgendwann versagen auch diese Mechanismen."

Der Physiker sieht jedoch nicht nur die naturwissenschaftlichen und messbaren Vorgänge. "Lärm ist auch ein sehr subjektives Phänomen, da jeder Geräusche anders wahrnimmt." Dietrich Wegener, der selbst auf dem Höchsten lebt, hört die A1 schon fast gar nicht mehr. "Das ist aber eine Trainingssache", sagt er. "Man kann sich an Lärm gewöhnen." Auch etwa Musik oder Natur könnten ganz unterschiedlich wahrgenommen werden. "Diskomusik ist für mich etwa sehr schmerzhaft", lacht der Professor.

An den Fahrzeugen wurde seiner Meinung nach schon viel für den Lärmschutz getan. Zur Verbesserung empfiehlt er noch strengere Geschwindigkeitsbegrenzungen. Schallschutzwände brechen und reflektieren den Lärm an Autobahnen. Klar ist: "Augen kann man zumachen, Ohren nicht. Geräusche beeinflussen unser Leben maßgeblich." Genauso sicher: "Wer moderne Beweglichkeit haben will, muss mit dem Lärm leben." Daher gibt es für ihn nur einen wirklich effektiven Lärmschutz: Rücksichtnahme. cu

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