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Einsatz gegen Potenzmittel

Strafverfahren, Bußgeldbescheide und Handschellen gehören zu den Mitteln des Hauptzollamts, um Steuern und Sozialabgaben einzutreiben. Manchmal müssen die Fahnder und Ermittler auch zu Gift greifen.

27.04.2010

Einsatz gegen Potenzmittel

Zum Beispiel dann, wenn Nashornspitzen aus Afrika über den Flughafen ins Land eingeschleust werden sollen und mit Chemie unbrauchbar gemacht werden müssen. Die Hörner sind Rohstoff für Potenzmittel. Deren Wirkung erprobt der Zoll freilich nicht, aber er will an die Transporteure - denn der Artenschutz ist eine der vielen Aufgaben, die Ermittler zwischen Schildkrötenpanzern, Alligatorenköpfen und Zebraschuhen erledigen müssen.

Schwarzarbeit

Den Löwenanteil am Arbeitsaufkommen verursachen aber nicht die Tierkadaverhändler, sondern Schwarzarbeiter. Und die sind nicht vom Aussterben bedroht, was die Zahl 15 624 belegt. So viele Arbeiternehmer hatten die Zöllner im vergangenen Jahr überprüft - und 5797 Ermittlungsverfahren abgeschlossen. Schwarzarbeit sei kein "Kavaliersdelikt", betonte der Leiter des Zollamts an der Kronenburgallee, Klaus H. FiedlerUlrich Woythe (Foto links), gestern. Kriminelle würden u. a. im Bau- und Speditionsgewerbe, in der Gastronomie, in Pflegeberufen, in Sicherheitsunternehmen und sogar im Bergbau ihrem Geschäft nachgehen. Der Schaden, den sie 2009 im Steuer- und Sozialversicherungssystem anrichteten, beläuft sich laut (Foto rechts) auf 25,1 Mio. Euro.

Die Justiz reagierte in zahlreichen Strafverfahren mit Haftstrafen - und verhängte insgesamt 81 Jahre Gefängnis. Geldstrafen und -bußen lagen 2009 bei über 1,5 Mio. Euro.

Produktfälscher

Ein lukratives Feld ist die Produktpiraterie. Die Zöllner beschlagnahmten gefälschte BVB-Trikots, kopierte Luxusgüter wie iPhones und Uhren oder Markentextilien sowie KFZ-Zubehör im Originalwert von 2,9 Mio. Euro. Fälscher würden, so der Zoll, deutschen Unternehmen jährlich einen Umsatzverlust von 25 Milliarden Euro bescheren.

Erfreulich: Höher als alle Verluste durch Schwarzarbeiter oder Fälscher sind die Steuereinnahmen. Allein die zum Hauptzollamtsbezirk Dortmund zählenden Brauereien zahlten 2009 über 56 Mio. Euro an den Staat. ban

Fotostrecke: Mehr Bilder von beschlagnahmten Plagiaten.

RuhrNachrichten.de/dortmund

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