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Endlich an(ge)kommen

Dorstfeld Özgen Piskin ist gebürtige Türkin, 38 Jahre alt, allein stehend und hat drei Kinder. Sie lebt seit 16 Jahren in Deutschland und spricht recht gut Deutsch. Aber das reicht ihr nicht, denn: "Ich möchte gern alles allein machen können."

20.08.2007

Und darum nimmt sie an einem Integrationskursus teil, den die Berlitz School erstmals an der Dorstfelder Fine-Frau-Grundschule anbietet (wir berichteten).

Sie ist eine von insgesamt 18 Teilnehmern (17 Frauen, ein Mann), die ihr Recht wahrnehmen, einen Integrationskursus besuchen zu können.

Doch es ist mehr als das. Özgen Piskin und ihre Mitschüler wollen ihre Chance nutzen. Die Chance, nicht nur in Deutschland zu leben, sondern hier endlich auch anzukommen.

"Mit fehlen eben noch zu viele Worte", sagt Özgen Piskin, "und auch die Grammatik ist schwierig."

Da kann Jutta Schwellnuß helfen. Die Mitarbeiterin der Berlitz School wird bis Mai nächsten Jahres die Teilnehmer unterrichten.

Jeden Vormittag werden die 18 jetzt in einer der Klassen sitzen und Deutsch büffeln und in einem zusätzlichen Orientierungskursus Alltagswissen und Kenntnisse der Rechtsordnung, Kultur und Geschichte Deutschlands sammeln. Sie lernen übrigens zeitgleich mit ihren Kindern.

Die Teilnehmer kommen aus der Türkei, aus Afghanistan, dem Iran, Sri Lanka, dem Kosovo und aus Syrien. Gar nicht so einfach, diese Sprachmischung unter einen Hut zu bringen, oder? "Das geht schon", sagt Jutta Schwellnuß. Gestik, ein Illustrationsbuch "und vor allem permanente Wiederholungen des Gelernten" sollen dazu beitragen, dass die Frauen am Ende die Sprachprüfung "Zertifikat Deutsch" und den Test zum Orientierungskursus bestehen.

Ein "niedrigschwelliger Test", wie Karl-Heinz Ritter und Reinhard Holländer erklären. Die beiden Regionalkoordinatoren Integration beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge waren extra zur ersten "Schulstunde" aus Bielefeld angereist. Ritter und Holländer begrüßten die Teilnehmer und führten sie in den Kursus ein.

Der für die Teilnehmer neben einer weiteren Etappe auf dem Weg zur Integration durchaus noch einen willkommenen Nebeneffekt haben könnte: Der Respekt der Kinder vor ihren Eltern dürfte steigen. Özgen Piskin kann sich dessen sicher sein: "Meine Kinder wollen mir helfen." Bre

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