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Feiern in der Schwitzbude

Vor Ewigkeiten, nämlich Ende der 80er, war das Village eine Yuppie-Disko. Treff für Möchtegern-Mondäne mit Besserverdiener-Aura. Vorbei.

14.08.2007

Zur Besichtigung am Freitag findet man sich in einer blutjungen Schülermeute. Väterliches Grinsen kommt auf. Könnte glatt eine Abifete sein. Leicht geschürzte Girlies und "Schnullerbacken" von Jungs, bei denen Türsteher garantiert die Volljährigkeit prüfen.

In knüppelvoller Schwitzbude verschwenden sie ihre Jugend. Es ist eng, es ist heiß, es ist laut. Was ein Disko-Opa unter Stress verbucht, gilt den Youngstern als perfekte Spielwiese. Auf der kleinen Tanzfläche stehen sie dicht an dicht wie Sardinen in der Dose. Der Einpeitscher neben dem DJ füttert die Menge mit Partykommandos: "Put your hands up in the air!" Auf die Ohren gibt es HipHop, Ragga von Sean Paul, Dance House, und knarzigen Elektro-Beat. "Everybody's free to feel good", tönt es aus der Box. Jedem steht es frei, sich gut zu fühlen.

Uns ist ungut. Wir wechseln zur großen Tanzfläche, in der Hoffnung auf weniger Reibungskontakt. Kleines Aufatmen. Tropenschwüle auch hier, aber etwas mehr Platz. Jan Delay macht akustisch alles klar, es folgt ein Hit aus "Dirty Dancing" ("Time of my life"), dann eine Boygroup-Nummer. Funktionsmusik. Für eine "Szene", die keine ist: Amüsierwütig, trendmodisch, Alter um die 20.

Inhaber Michael Walter (37) spricht vom "Kind reicher Eltern", wenn er den typischen Village-Besucher beschreibt. Meistens ein Stammgast, der hier seine Clique treffe. Walter kennt das Geschäft von der Pike auf. Vom Kellner zum DJ, zum Diskochef und Studioboss. Techotronic und die Bass Bumpers hat er produziert, auch bei "Macarena" hatte Walter die Finger drin. Im Club eines solchen Profis läuft der Service rund. Wisch mob-Einsatz bei Glasbruch, picobello das WC.

Service: Gezapftes 2,50 Euro, Longdrinks 5 Euro. Warme Küche im eigenen Bistro. Fazit: Tummelplatz der jungen Hüpfer. Kai

In 14 Tagen stellen wir den Laufsteg vor.

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