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Filialisten gewinnen Oberhand

Die City verliert ihr unverwechselbares Gesicht. Immer mehr Filialisten verdrängen alteingesessene Fachhändler.

10.03.2008

Filialisten gewinnen Oberhand

Diesen subjektiven Eindruck bestätigt eine Studie des Essener Immobilienunternehmens Brockhoff & Partner, das in seiner kürzlich veröffentlichten jährlichen Analyse von 528 Fußgängerzonen in 308 deutschen Städten erstmals die Verbreitung von Handelsketten untersucht hat.

Die konsumschwachen Zeiten fordern vor allem immer mehr Opfer unter den Fachgeschäften. Viele alteingesessene, Inhaber geführte Unternehmen geben gerade an teuren Standorten wie der Innenstadt auf, Filialisten gewinnen die Oberhand.

Das gilt auch für Dortmund. So muss man vor allem am Westenhellweg (Filialisierungsgrad 81 %) lange suchen, um noch ein Familiengeschäft zu finden. Zum Vergleich: An der Berliner Friedrichstraße machen Filialen 75,2 % der Läden aus, an der Kaufinger Straße in München nur 66,7 %.

Doch Dortmund bietet auch Einkaufsstraßen mit individuellen Angeboten. So haben sich Ladenketten zum Beispiel am Ostenhellweg (56,6 Prozent), an der Brückstraße (46,4 Prozent) und an der Kleppingstraße (30,8 Prozent) bislang nicht so durchsetzen können.

Ist Dortmund als Einkaufsstadt beliebig und profillos geworden? "Es gibt noch Straßen mit Charme und Vielfalt", sagt Andreas Peppel (Foto) vom Einzelhandelsverband Westfalen-Mitte.

Aber in der Innenstadt gehe der Trend seit Jahren zur Filialisierung. Hauptgrund: Die Mietpreise, die laut Immobilienexperten bei kleinen Läden (60 bis 120 Quadratmeter) zwischen 130 und 185 Euro pro qm liegen. Bei größeren Flächen (120 bis 260 Quadratmeter) zwischen 76 und 130 Euro. "Das kann sich kein kleiner Laden leisten."

Mehr Spielraum

Auch der Strukturwandel mache den Fachgeschäften den Garaus. So gebe es einen starken Trend zur Vertikalisierung. Filialisten produzierten das, was sie verkauften,selbst und hätten so deutlich mehr Spielraum bei der Preisgestaltung. Sie seien dazu auch deutlich schneller. In nur wenigen Wochen komme eine Kollektion vom Reißbrett in die Läden, so Peppel, manchmal werde sie monatlich aktualisiert. Kleine Fachgeschäfte könnten da oft nicht mehr mithalten.

Die Filialisierung sei außerdem ein Spiegel der Kundenwünsche. "Wenn die Nachfrage nicht da wäre, würden auch nicht immer mehr Filialen derselben Konzerne eröffnen." ar

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