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Filmreife Musik

Schwarz-weiße Bilder flimmern über die Leinwand, auf eingeblendeten Texttafeln werden die wichtigsten Dialoge vermittelt, und im Kinosaal sorgt ein Organist für die richtige Atmosphäre.

26.12.2007

Am vergangenen Sonntag entführte Bernd Wurzenrainer die Besucher der DASA in Dorstfeld ins goldene Zeitalter der Stummfilme.

Die Kinoorgel in der Stahlhalle stammt aus dem Jahre 1928, als der Tonfilm bereits begonnen hatte, seine wortlosen Vorgänger aus den Lichtspielhäusern zu verdrängen. Doch das Instrument aus dem Hause Link hat noch ein paar gute Jahre erlebt. "Sie stammt aus dem Temple Theatre in Ithaca, New York", berichtet Wurzenrainer. Nach ihrer Ausmusterung fand sie Platz in einer Baptistenkirche, bevor die DASA sie ersteigerte.

Seit fünf Jahren spielt der Musiker und Klavierlehrer die Orgel, die fast komplett im Originalzustand erhalten ist. "Heute gibt es in Deutschland noch etwa 15 dieser Orgeln", so der 41-jährige Solinger. Einst waren 120 Kinos mit solchen Instrumenten ausgestattet, die zuvor die kostspieligen Orchester abgelöst hatten. "Die meisten wurden leider während der Bombardements im Zweiten Weltkrieg zerstört."

An Orgeltastaturen setzte sich Bernd Wurzenrainer bereits im Alter von sechs Jahren. Seine Liebe zum Film brachte ihn dann zur Kinoorgel. "Ich mag vor allem die alten Slapstick-Klassiker mit Buster Keaton oder Charlie Chaplin." Live vertont hat er aber auch schon Friedrich Wilhelm Murnaus legendären "Nosferatu". Einige Partituren wurden in der Frühzeit des Kinos für die Stummfilme geschrieben. Der Rest ist Improvisation. "Heute nutzt man zum Beispiel Zitate aus anderen bekannten Filmmusiken." Zu seinen Favoriten zählen unter den Komponisten Henry Mancini ("Der rosarote Panther") und Ennio Morricone ("Spiel mir das Lied vom Tod").

Für die nahe Zukunft plant Wurzenrainer Kinovorstellungen mit Live-Musik in den Räumen der Arbeitsschutzausstellung. Das ist wegen der Filmrechte allerdings nicht so leicht. Ein Film liegt aber schon bereit: ein Stummfilm über, wie könnte es auch anders sein, Sicherheit am Arbeitsplatz. jo

www.wurzenrainer.de

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