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Fitness-Dauerkarte für ein gutes Gefühl

14.08.2007

5 vor 5 in Dortmund. Jeden Mittwoch stellen wir an dieser Stelle Menschen unserer Stadt vor.

Der oberste Katholik Dortmunds setzt sich erst einmal. 5 vor 5 ist die Zeit zum Durchatmen. Dazu einen Kaffee und ein Wasser. Propst Andreas Coersmeier, seit fast 10 Jahren in Personalunion auch Stadtdechant, lehnt sich in seinem Ledersessel zurück, nimmt einen Schluck.

Dabei hat er schon den ganzen Tag gesessen. In Sitzungen: Kirchenvorstand, Verwaltungsrat, Pfarrgemeinderat, Koordinationsausschuss . . . Der 49-Jährige muss gutes Sitzfleisch haben; denn er sitzt qua Amt in vielen Vorständen und Verwaltungsräten.

Für die Seelsorge bleibt da nicht viel Zeit. "Grundsätzlich schade", meint er. Ab und zu sitzt er im Beichtstuhl, freitags, eine Stunde vor der Abendmesse. Überhaupt ist das Feiern der Messen, "eine Quelle aus der heraus man lebt". Wie die Stille und das Gebet, das er morgens fest in den Tagesablauf eingeplant hat.

Ansonsten genießt Coersmeier auch den Trubel. Samstags beim BVB. Sitzplatz. War er nicht früher Bayern-Fan? "Ich schau mir gern guten Fußball an", schmunzelt er diplomatisch und lässt einen kleinen schwarzgelben Matchbox-Käfer über seinen Schreibtisch rollen.

Was ist denn sonst mit sportlichen Aktivitäten? Wieder schmunzelt der Kirchenmann: "Ich habe auch eine Dauerkarte fürs Fitness-Studio, doch ich gehe nie hin. 50 pro Monat in den Wind. Aber es gibt mir ein gutes Gefühl."

Abends zwischen 22 Uhr und 24 Uhr - "ich gehe nie vor Mitternacht ins Bett" - sitzt er wieder. Im Sessel in seinem Wohnzimmer, liest Zeitungen und guckt bei einem Gläschen Rotwein und einer Zigarre auf NTV die Spätnachrichten. "Eine ganz herrliche Zeit." Gaby Kolle

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