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Fluchtversuch endete mit gebrochenen Beinen

03.03.2008

Dramatischer Fluchtversuch am Landgericht: Drei Verhandlungstage lang hatte ein 35-jähriger Angeklagter einen besonnenen Eindruck hinterlassen. Ausgerechnet an dem Tag, als das Verfahren gegen ihn und einen Komplizen abgeschlossen werden sollte, sprang der Dortmunder gestern aus dem Fenster.

Kaum hatten die Wachtmeister dem vermeintlichen Drogenhändler die Handschellen abgelegt und neben der Saaltür Position bezogen, sprang der Untersuchungshäftling auf, rannte zu einem Fenster, öffnete es und stürzte sich in die Tiefe. Die 35. Strafkammer hatte den Saal zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal betreten. Bis zu fünf Meter geht es von Saal 23 hinab auf die Hamburger Straße. Für den Körper des Flüchtigen eindeutig zu tief. Seine Beine hielten der Belastung nicht stand; mit offenen Brüchen musste er ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Flucht war beendet, bevor sie angefangen hatte.

Annedore Flüchter, Pressedezernentin des Landgerichts, ist "kein Fall erinnerlich, dass hier jemand aus einem Fenster gesprungen ist". Gegebenenfalls müsse nun geprüft werden, ob zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen wie abschließbare Fenster nötig und möglich seien.

Das Motiv des Fluchtversuchs ist noch unklar: "Es gab keinen besonderen Anhaltspunkt für diesen Fluchtversuch", so Flüchter auf Anfrage unserer Zeitung. "Der Angeklagte hatte wohl einfach keine Lust mehr auf die Verhandlung und das Gefängnis." Die 35. Strafkammer hofft, dass der Angeklagte trotz seiner schweren Verletzung bald wieder verhandlungsfähig ist.

Doch das liegt nun im Ermessen der behandelnden Ärzte. Man wolle das Verfahren auf jeden Fall mit beiden Angeklagten zu Ende bringen, hieß es. Ohne den Angeklagten könne nur verhandelt werden, wenn klar sei, dass er sich absichtlich verletzt habe. "Doch davon ist kaum auszugehen", meint Flüchter. Den beiden Männern wird vorgeworfen, mit Kokain "im Kilo-Bereich" gehandelt zu haben. Christoph Witte

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