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Freundin das Gesicht zertrümmert

DORTMUND So schnell kann es gehen: Ausgerechnet ein ehemaliger Drehbuchautor für Gerichtsshows im Fernsehen musste gestern auf der Anklagebank des Landgerichts Platz nehmen. Die Regie lag in diesem Fall allerdings nicht mehr in seiner Hand.

14.08.2007

Der 25-jährige Dortmunder hatte seine Freundin (22) am Ende eines eigentlich versöhnlichen Valentin-Tages fast totgeschlagen. Tatort war das Goystadion in Hörde. Selbst der Arztbericht kann nur andeuten, mit welcher Brutalität der Angeklagte damals vorgegangen ist: beide Augenhöhlen und Jochbeine gebrochen, Nasenbein und Oberkiefer zertrümmert, dazu Platzwunden und Blutergüsse.

Es war eine von vielen Eifersuchtsszenen, die dem Gewaltausbruch vorausgegangen ist. "Irgendwann bin ich dann ausgerastet", sagte der 25-Jährige. "Ich habe rot gesehen." Laut Anklage soll er auch dann noch in das Gesicht seiner Freundin getreten haben, als sie schon schwer verletzt am Boden lag. Doch all das will der Ex-Drehbuchautor nicht mitbekommen haben. "Irgendwann habe ich sie dann vor mir liegen gesehen", sagte er vor der 43. Strafkammer des Landgerichts unter Tränen. Alles sei voller Blut gewesen. Er habe dann noch Hilfe geholt und sei anschließend in ein Taxi gestiegen.

Dass die 22-Jährige überlebt hat, ist wohl vor allem der Kunst der Ärzte zu verdanken. Laut Anklage bestand akute Lebensgefahr. Nach Angaben ihres Dortmunder Anwalts, Rolf Quittmann, trägt die junge Frau noch immer Platten im Gesicht, die erst demnächst entfernt werden sollen. Sie hatte große Seh- und Gehprobleme - nach der nächsten OP soll es zur Reha gehen.

Der Angeklagte, der an über 70 Gerichtsshows eines privaten Fernsehsenders mitgearbeitet hat, ist inzwischen nur noch ein Schatten seiner selbst. Im Prozess hat er viel geweint, immer wieder versagte ihm die Stimme. "Ich habe noch nie im Leben eine Frau geschlagen", erklärte er dem Gericht. Der Prozess wird fortgesetzt.

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