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Fristlose Kündigung - Fußballer spielte trotz Krankenschein

Arbeitsgericht

DORTMUND Im vergangenen Dezember hat ein Hobbyfußballer aus Dortmund seine fristlose Kündigung erhalten, weil er trotz Krankenscheins in der Landesliga gespielt hat. Kampflos will sich der 27-Jährige allerdings nicht geschlagen geben. Seit Dienstag kämpft er vor dem Arbeitsgericht um seinen Job.

von Von Jörn Hartwich

, 13.04.2010

Es war Zeitungsbericht, die den Spieler verraten hat. Dort war sein Name notiert, mit den Hinweis: Einwechselung in der 82. Minute. Als sein Chef, Geschäftsführer eines führenden Logistikunternehmens (400 Mitarbeiter in Dortmund) davon erfuhr, zögerte er nicht lange. Er rief den Betriebsrat an, kurz darauf folgte der Rauswurf. Fristlos. „Wie soll man 400 Leute bei der Stange halten, wenn man so etwas durchgehen lässt“, sagte er am Rande des Prozesses. Der Rechtsvertreter des Unternehmens sprach sogar offen von „Betrug“.

Warum der Fußballer seinen Job als Lagerarbeiter aufs Spiel gesetzt hat, erklärte er im Prozess so: „Ich bin verheiratet, brauche ein bisschen mehr Geld.“ Die Punkt- und Einsatzprämie seines Vereins wollte er sich nicht entgehen lassen. Außerdem habe sein Arzt gesagt, dass körperliche Bewegung nicht schade. Das Gericht zeigte sich allerdings skeptisch und will nun möglicherweise den Mediziner in den Zeugenstand rufen. Den Vorschlag einer Einigung (fristgerechte Kündigung ohne Abfindung) lehnte der Arbeitgeber kategorisch ab.