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Für ein bisschen Frieden

Ostermarsch

DORTMUND 50 Jahre Ostermärsche, fünf Jahrzehnte Einsatz für den Frieden. "Und ein Ende ist nicht abzusehen", sagt Willi Hoffmeister, Organisator des Friedensmarsches von Bochum nach Dortmund.

von Von Ralf Michalak

, 05.04.2010
Für ein bisschen Frieden

Die Demonstranten beim Ostermarsch.

Mit rund 150 Teilnehmern setzte sich der Tross am Ostermontag in Bochum in Bewegung mit dem Ziel Dortmunder Nordstadt. Zwischendurch gab es immer wieder Stationen mit Kundgebungen, so wie in Marten. Jens Peick, Vorsitzender der DGB-Jugend Dortmund Hellweg, mahnte an den aktuellen Kriegszustand der Bundeswehr in Afghanistan. "Die Armee lockt junge Menschen mit einer soliden Ausbildung und einem sicheren Arbeitsplatz. Aber nur, wenn sie lebend aus dem Einsatz zurück kommen. Da machen wir nicht mit."

Dass deutsche Soldaten im Einsatz einmal Thema der Ostermärsche sein würden, hätte Organisator Hoffmeister nicht geglaubt. "Ich bin von Anfang an dabei, erinnere mich noch gut an den Nato-Doppelbeschluss Anfang der 1980er Jahre, der Hochzeit der Ostermärsche. Aber deutsche Soldaten im Krieg, damit hätte ich nicht gerechnet." Oft wurde Hoffmeister gefragt, ob er nicht frustriert sei, angesichts ständiger Bedrohung durch Atomwaffen und Krieg.800 Teilnehmer am Wichern-Haus Immer hat der Gewerkschaftler die gleiche Antwort: "Nein, deswegen mache ich ja hier mit." Frustriert seien wohl andere. "Wenn ich sehe, dass mehr als 60 Prozent der Deutschen gegen den Einsatz in Afghanistan sind, aber bei den Friedensmärschen nur einige hundert mitmachen, dann ärgert mich das." Bei der Abschlusskundgebung am Wichern-Haus in der Nordstadt waren gut 800 Teilnehmer vor Ort. Hoffmeister stolz: "Der Wunsch nach Frieden bewegt eben doch die Menschen."