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Ganz gemeine Gesinnung

Die Welt ist bunt, und die Geschichten an den Dortmunder Gerichten sind es auch. Auch in diesem Jahr gaben sich dort die schillernden Figuren wieder die Klinke in die Hand: Menschen mit außergewöhnlichem Geschmack, fiesen Tricks oder ganz gemeiner Gesinnung.

30.12.2007

Ganz gemeine Gesinnung

<p>Besonders schwere Schuld bescheinigte das Gericht der dreifachen Kindermörderin Sabrina L., die zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde. Menne</p>

Größtes Aufsehen

Für das größte Aufsehen sorgte der Prozess gegen die dreifache Babymörderin Sabrina L. (28). Die Angeklagte hatte in den Jahren 2001 und 2004 ihre drei Kinder Chantal, Pascal und Kevin erstickt. Erst mit Hilfe eines verdeckten Ermittlers kam ihr die Polizei schließlich auf die Schliche. Die Strafe: lebenslänglich mit besonderer Schwere der Schuld.

Peinlichster Auftritt

Den peinlichsten Auftritt legte ein Dolmetscher für die arabische Sprache hin. Schon bei der Eidesformel musste der Mann kapitulieren. Auch im vierten Anlauf gelang es ihm nicht, den Satz in fehlerfreiem Deutsch nachzusprechen. Der Richter schickte ihn kurzerhand wieder nach Hause.

Gemeinster Trick

Den gemeinsten Trick hatte sich ein 35-jähriger Dortmunder ausgedacht. Der Mann trieb sich in Seniorenwohnanlagen herum und gab sich dort als Heizungsmonteur aus. Die gutgläubigen Rentner ließen ihn in ihre Wohnungen und wurden prompt bestohlen. Urteil: zwei Jahre und vier Monate Haft.

Zweimal dabei

Gleich zweimal auf der Anklagebank derselben Strafkammer: Das schaffte in diesem Jahr ein 49-jähriger Alkoholiker. Im Januar sprachen ihn die Richter aus Mangel an Beweisen vom Vorwurf der Brandstiftung frei. Doch schon zwei Wochen nach seiner Entlassung aus der U-Haft brannte es schon wieder. Im zweiten Prozess hatten die Richter keine Zweifel mehr: fünf Jahre Haft.

Tragisches Unglück

Über das tragischste Unglück wurde am Amtsgericht Güstrow verhandelt. Der Dortmunder Polizist Benjamin Brekau hatte sich am Rande des G8-Gipfels zu Beginn der Rückreise bei einem Sturz aus dem Mannschaftswagen tödliche Kopfverletzungen zugezogen. Die Geburt seines Sohnes Benjamin junior erlebte der jung Verheiratete nicht mehr.

Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen die Fahrerin des Wagens, eine ebenfalls aus Dortmund stammende Polizistin. Das Gericht sprach die 26-Jährige jedoch frei.

Größter Hunger

Der Mann mit dem außergewöhnlichsten Geschmack saß im Januar auf der Anklagebank. Er hatte abends in einer Bäckerei randaliert, weil er nichts mehr zu essen bekommen sollte. Als dann die Polizei eintraf, biss er im Gerangel einem Beamten ins Bein. Ob aus Hunger oder nicht, ist nicht überliefert. Fakt ist, dass der Mann zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt wurde.

Brutalste Tat

Die vielleicht brutalste Tat hatte der 21-jährige Christopher P. begangen, der im Sommer zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt wurde. Er hatte seiner Ex-Freundin Sarah mit einem Teppichmesser fast die Kehle durchgeschnitten und das Mädchen dann auf einem Waldweg einfach liegen lassen.

Heftigster Streit

Den heftigsten Streit verlor ein 81-jähriger Rentner aus Hörde. Weil sich alle Nachbarn lautstark darüber beschwerten, dass er sie ständig beim Trennen des Mülls kontrollierte, präsentierte ihm sein Vermieter die Kündigung. Das Gericht urteilte: Das war auch richtig so.

Knaller des Jahres

Für den Knaller des Jahres sorgten zwei betrunkene Freunde, die vom Amtsgericht zu Geldstrafen verurteilt wurden. Sie hatten Silvester 2006 von einer Brücke Böller auf die B1 geworfen - und dabei ausgerechnet einen Streifenwagen der Polizei getroffen.

Zitat des Jahres

Das Zitat des Jahres war ein guter Rat von Richter Reiner Kollenberg an einen randalierenden Schalke-Fan: "Für Menschen mit zu viel Energie haben wir hier kleine Zellen. Da können sie mit dem Kopf vor die Wand laufen, bis sie wieder klar sind."

Martin von Braunschweig

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