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Gefängnis für Ex-Stadtangestellten

Landgericht Dortmund

DORTMUND Tiefer kann der Fall kaum sein: Nach einer Serie von rassistischen Hass-Auftritten ist ein ehemaliger Stadtangestellter (50) zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Es war die neunte Verurteilung wegen ähnlicher Taten.

von Von Jörn Hartwich

, 20.04.2010

Der alkoholkranke Angeklagte ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Vor 16 Jahren hat er einen Menschen totgefahren – ohne im Besitz eines Führerscheins zu sein. Er kam Gefängnis, verlor seinen Job bei der Stadt. Danach ging es nur noch bergab. Der Verwaltungsfachangestellte schloss sich der rechten Szene an, ließ sich einen Adler mit Hakenkreuz auf den Arm tätowieren, hetzte gegen Juden und Farbige. Inzwischen will er sich allerdings einem Aussteiger-Programm des NRW-Innenministeriums angeschlossen haben. Auch die Tätowierung wurde angeblich wieder verändert. Nur sein Alkoholproblem bekommt der 50-Jährige nicht in den Griff. „Wenn es Probleme gibt, trinke ich“, sagte er im Prozess – wovon sich die Richterin vor ein paar Wochen selbst überzeugen konnte. Eigentlich hätte der Prozess nämlich schon Ende März stattfinden sollen. Da war der Angeklagte jedoch sturzbetrunken im Gerichtssaal erschienen, wofür er sich kleinlaut entschuldigte. Für eine erneute Bewährungs-Chance sah das Gericht nach fast 20 Vorstrafen am Ende keinen Spielraum mehr. Die Richterin: „Sie haben immer wieder Bewährungschancen gehabt – aber nie genutzt.“ Und: „Es geht hier nicht um Bagatellen.“