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Geld für neue Blümchen in den Stadt-Beeten fehlt

Haushaltsloch

DORTMUND Von wegen, da blüht uns was! Jetzt ist Schluss mit bunt. Ausgerechnet im Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 putzt sich Dortmund nicht heraus. In der Stadtkasse wurzeln nur Schulden.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 23.04.2010
Geld für neue Blümchen in den Stadt-Beeten fehlt

Vorsorge aus dem letzten Jahr: Tulpenzwiebeln konnte sich die Stadt da noch leisten.

Nun hoffen Dortmunds Gärtner, wenigstens ihre Saat möge aufgehen – verstreut in städtischen Beeten mit zusammengebettelten 500 Euro. Nach den gestrichenen Ersatzpflanzungen für gefällte Bäume knicken auch die Blümchen ein. Während für Bäume die Gustav Baukloh-Stiftung großzügige 12.000 „hinüber wachsen“ lässt, sind Blümchen-Geber jetzt Wesen städtischer Begierde.

Den Gegenwert eines gehobenen Mittelklasse-Wagens, 60.000 Euro, wollten Dortmunds Gärtner in Beeten, Kübeln, Parks und als so genanntes Straßenbegleitgrün verbuddeln. Aber der Regierungspräsident würgt „Wechselbepflanzungsflächen“ ab. Dortmund darf sich nur vertraglich oder gesetzlich vorgeschriebene Aufgaben leisten, Buntes fällt nicht unter „Unabweisbarkeit der Ausgabe“. Nicht mal rund um den Florian. Im größten Park fiel schon das Frühjahr aus – 10.000 Euro hätten die Stiefmütterchen verschlungen. Ob sich der Westfalenpark den Sommer für 30.000 Euro leisten kann, wird ebenfalls in Arnsberg entschieden. Stadtkämmerer Jörg Stüdemann ist nicht mehr Herr im eigenen Haus. Auch bei der Initiative „Dortmund Parks“, dem Lieblingsprojekt von Langemeyer, OB adé, hält der RP seinen Daumen auf 170.000 Euro – ursprünglich eingeplant als Schönheitskur. Calendula officinalis soll nun retten, was Betrachtern sonst als erdige Ödnis droht.

Der Ringelblume wird immerhin wundheilungsfördernde Wirkung nachgesagt. Saatgut für Sonnenblumen, eine Beet-Romantik-Mischung und ein paar Blumenzwiebeln sitzen auch noch drin im städtischen Klingelbeutel – für insgesamt 2000 Quadratmeter quer durch die Stadt. Dazu erblicken spendierte Stiefmütterchen, selbst herangezüchtete Canna und Dahlien in städtischen Beeten das Licht des Sommers. Geht’s nach Meinung des Presseamtes, dürfte ein Beet am Rathaus gerne leer bleiben. „Da hat uns der Rüthers (Abteilung Stadtgrün, Anm. d. Red.) letztes Jahr tatsächlich blau-weiße Rabatten vor die Nase gesetzt.“ Stadtsprecher Hans-Joachim Skupsch akzeptiert nur Schwarzgelb.