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Gemischte Stimmung auf der Jahresversammlung

Kreishandwerkerschaft

DORTMUND Peter Burmann sprach am Mittwoch (14.4.) bei der Jahres-PK der Kreishandwerkerschaft davon, dass „wir noch einmal davongekommen sind“.

von Von Achim Roggendorf

, 15.04.2010
Gemischte Stimmung auf der Jahresversammlung

Frieseurobermeister Frank Kulig sieht für seine Branche schwarz.

Trotz „prognostizierter Umsatzrückgänge, des erwarteten Beschäftigungsrückgangs und zurückhaltender Konsumenten“, so der Kreishandwerksmeister, sei 2009 für das heimische Handwerk kein schlechtes Jahr gewesen. „Viele Gewerke berichten für das zweite Halbjahr sogar von einer spürbaren Konjunkturbelebung.“

Grund dafür sei zum einen eine unerwartet robuste Nachfrage der Privathaushalte, zum anderen hätten die staatlichen Konjunkturpakete I und II an der Entwicklung einen nicht unerheblichen Anteil. Für 2010 rechnet Burmann mit „einem durchwachsenen Jahr“. Zwar seien „auch in den vom Export abhängigen Problembranchen erste Lichtblicke zu sehen, doch die Erholung wird dort von einem sehr niedrigen Niveau aus einsetzen“. Für manchen anwesenden Obermeister war das dennoch zu optimistisch. „In unserer Branche kämpft zurzeit jeder Betrieb ums Überleben“, sagte etwa Frank Kulig, Obermeister der Friseur-Innung.

Die Dortmunder ließen sich zwar nach wie vor die Haare schneiden. Gleichwohl würden sich immer mehr Friseure um sie streiten. „Erstaunlich, dass trotzdem immer wieder Meister den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.“ Kulig spricht von einer „ungesunden Marktentwicklung“. „Die meisten tragen den Wettbewerb über den Preis aus.“ Seiner Einschätzung nach kann das nicht mehr lange gut gehen. „Die Kontoführung vieler Kollegen möchte ich nicht übernehmen.“ Auch nach der Jahres-PK rieben sich einige Handwerker an Burmanns Äußerungen. Man habe sich deutlichere Worte durch den Kreishandwerksmeister gewünscht, hieß es hinter vorgehaltener Hand. So drehe der Privatkunde immer noch jeden Euro zweimal um.