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Gespachtelte Energie

Große Augen starren den Betrachter an, der an den Schaufenstern des Kunstvereins an der Hansastraße vorbei geht.

18.10.2007

Niedliche Augen, stechende und maskierte Augen, die Augen einer Kamera. Betritt man dann den Kunstverein und stellt sich dicht vor Martin Wehmers Bilder, sieht man nichts mehr davon, nur Struktur und Farbe, fett aufgetragen mit einem Spachtel. Wehmers Bilder, ab morgen im Kunstverein zu sehen, verlangen Bewegung; erst in einer gewissen Distanz schält sich aus den spannungsvoll gespachtelten Farbschichten etwas Gegenständlich-Figürliches heraus. "0Figur" (sprich: Nullfigur) heißen seine Bilder (wie auch die Ausstellung), "Skateman" oder "Wumme" - das Bild zeigt einen Finger am Abzug einer Waffe.

Es sind Zitate aus der Comic-Welt und -Stilistik, schematisierte Wesen, die Wehmer aus seinen Bildern blitzen lässt, umgeben von Mustern und Strukturen, die mal städtische Umgebung andeuten, mal ganz Geschwindigkeit, Farbe und Form sind. Obwohl dicht und Comic-Strip-artig gehängt, erzählen Wehmers Bilder keine Geschichten. Es sind Momentaufnahmen, die den Betrachter mitten rein ziehen, in einen geheimnisvollen Strudel.

Der Kunstverein zeigt die neueren Arbeiten des 1966 in Hattingen geborenen, in Bochum aufgewachsenen und nun in Freiburg lebenden Künstlers. "Es ist spannend zu sehen, wie das Figürliche in Wehmers Bildern immer stärker wird", sagt Dr. Christoph Kivelitz, künstlerischer Leiter des Kunstvereins, der Wehmers Arbeit seit Jahren verfolgt.

bis 25.11., Hansastr. 2-4, Di-Fr 15-18 Uhr, So 11-16 Uhr

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