Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Getrübte Stimmung

28.12.2007

Getrübte Stimmung

<p>Klaus Y. Tillmann. Laryea</p>

Geht es mit dem Handwerk weiter aufwärts? Wir fragten Klaus Y. Tillmann, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer.

Bleibt der Boden des Handwerks golden?

Tillmann: Die wirtschaftliche Lage bei unseren über 20 000 Betrieben ist trotz guter Stimmung getrübt: Leider hat sich der gute Aufwärtstrend des Vorjahres in den letzten Monaten nicht so fortgesetzt, wie wir uns das alle gewünscht hätten.

Zuletzt blickten die Firmenchefs aber doch so optimistisch in die Zukunft?

Tillmann: Dies ist richtig. Die Ergebnisse unserer Herbstumfrage waren zwar so gut wie lange nicht mehr. Wir stellen aber deutlich eine gespaltene Konjunktur fest: Der Wirtschaftsbau boomt, die private Nachfrage ist immer noch von einer starken Zurückhaltung geprägt, sodass der Wohnungs- und Eigenheimbau deutlich rückläufig ist.

Neben der Baubranche, dem KFZ-Gewerbe bereiten uns auch die Gesundheitshandwerke wie z. B. Augenoptiker und Zahntechniker Sorgen. Nur die Firmen, die von der Exportwirtschaft abhängen, sind sehr zufrieden.

Warum sind denn die Aussichten für ehrliche Arbeit auf einmal so getrübt?

Tillmann: Die Belastungen durch die hohe MwSt., die Streichung der Eigenheimzulage, die steigenden Rohstoffpreise, die stark verteuerten Energiekosten, die dadurch gestiegenen Lebenshaltungskosten, die den privaten Konsum noch mehr einschränken - das alles schlägt voll durch.

Was bedeutet das für 2008?

Tillmann: Handwerker sind Unternehmer, die überwiegend in einem von einiger Unsicherheit geprägten Inlandsmarkt agieren. Die Rahmenbedingungen, die die Politik in Berlin und in Brüssel setzen, sind wichtig. Hier müssen wir durch klare Entscheidungen mehr Planungssicherheit erreichen.

Zuversichtlich stimmen uns der Beschäftigtenzuwachs, das große Plus bei den Ausbildungszahlen, und die ungebrochene Innovationskraft der Betriebe. ar

Lesen Sie jetzt