Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Große Silvester-Explosion geplant - dabei Hand verloren

DORTMUND Der 36-jährige Scharnhorster, der Heiligabend bei Chemie-Experiementen seine linke Hand verlor, wollte in der Silvesternacht eine große Explosion auf einem Feld zünden. Ein Terror- oder politischer Hintergrund scheint ausgeschlossen.

von Von Jörg Heckenkamp

, 26.12.2007

Der Mann begeistert sich seit der Kindheit für Sprengstoffe und hatte in seinem Schuppen ein regelrechtes Chemielager angehäuft. Für dessen Entsorgung musste die Polizei am 1. Weihnachtstag nachmittags 36 Anwohner evakuieren. An Heiligabend gegen 20.48 Uhr kam es in Dortmund-Scharnhorst, Straße Grunewald, zu einer Sprengstoffexplosion, bei der ein 36-jähriger Dortmunder schwer verletzt wurde.

Nach dem bisherigen Ermittlungsstand experimentierte der Energieanlagenelektroniker in seiner Gartenhütte mit selbst hergestelltem Sprengstoff, um in der Silvesternacht auf freiem Feld eine größere Explosion herbeizuführen. Bei diesen Arbeiten kam es zu einer Detonation, die dem Beschuldigten die linke Hand abriss. Der Mann befindet sich in stationärer Behandlung im Krankenhaus.

Große Chemikalien-Mengen

In der Gartenhütte und in der Wohnung des Beschuldigten wurden große Mengen von Eigenlaboraten und Chemikalien aufgefunden. Nach eigenen Angaben hat sich der 36-Jährige bereits in seiner Jugend für Sprengstoffe interessiert und Experimente durchgeführt.

Der Beschuldigte wurde wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und fahrlässiger Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion vorläufig festgenommen, kam am Nachmittag des 1. Weihnachtsfeiertages gegen 17.15 Uhr wieder auf freien Fuß. Er ist strafrechtlich bislang nicht in Erscheinung getreten. Ein politisch motivierter Hintergrund ist nach derzeitigem Kenntnisstand auszuschließen. Motivation scheinen seine Bastelleidenschaft und sein Interesse für Sprengstoffe zu sein.

36 Anwohner evakuiert

Der Feuerwerker befand sich vor Ort. Da ein Transport aller aufgefundenen Stoffe nicht möglich war, mussten die Sprengstoffe auf einem Freigelände in der Nähe kontrolliert vernichtet werden. Die umliegenden 36 Anwohner wurden ab ca. 13.30 Uhr evakuiert und fanden zum Teil in einem nahe gelegenen Gemeindezentrum Unterschlupf. Nach der Zündung des Sprengstoffes konnten die Nachbarn in ihre Wohnungen zurückkehren.

Lesen Sie jetzt