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Gymnastik-Damen sind zu langsam für Bewegungsmelder

Sporthalle Kruckel

KRUCKEL Ein Lichtsensor unter der Decke der Sporthalle in Kruckel lässt die Damen-Gymnastikabteilung des örtlichen Sportvereins im Dunkeln stehen. Der Grund: Die Rentnerinnen turnen offenbar zu langsam.

von Von Peter Bandermann

, 14.04.2010
Gymnastik-Damen sind zu langsam für Bewegungsmelder

Die Gymnastikdamen wollen den Ball nicht länger flach halten und fordern einen Lichtschalter.

Eigentlich sind die Seniorinnen des TuS Kruckel ganz flott dabei. Allen voran die 91-jährige Anneliese Ruttkamp. Doch den Sparfüchsen der Stadt Dortmund sind die Rentnerinnen nicht schnell genug. Denn neuerdings entscheidet ein Bewegungssensor unter der renovierten Turnhallendecke darüber, ob das Licht an oder aus geht. Die Senior-Turnerinnen sind dafür offenbar zu langsam.

  „Wir sind nicht lahm“ In der Praxis sieht das dann so aus: Übungsleiterin Christel Wroblewski ordnet Dehnungsübungen und entspannende Bewegungsabläufe an – und immer dann wird es dunkel. „So lahm sind wir nun auch nicht“, kommentiert Rosemarie Hopf (79) das Verhalten des Bewegungsmelders, der, unter der Decke angeschraubt und mit einem Gitterkasten vor Bällen geschützt, beim Stromsparen helfen soll. Denn die Rentnerinnen müssen rennen, damit die Neonröhren wieder anspringen. Der gute alte Lichtschalter ist wegrationalisiert worden. Immer mehr Schulen sollen so ausgerüstet werden. Handwerker modernisierten die Sporthalle der Kruckeler Grundschule.

Mit einer neuen Heizung und dem Bewegungssensor will die Stadt Geld sparen. Am 8. März wurde es den Damen dann unheimlich. „Ständig ging das Licht aus. Nach einer Stunde haben wir die Gymnastik dann abgebrochen. Wir wussten ja nicht, was sonst noch passiert.“ Auf einer Vorstandssitzung des TuS Kruckel erfuhr Christel Wroblewski dann, wo es lang geht. Kosten senken Der Stadt laufen die Stromkosten davon. Der Licht- und Bewegungssensor sollte gegensteuern. „Wir haben in der Zeit vor diesem Sensor das Licht immer ausgemacht“, betont die agile Übungsleiterin die Unschuld der Damen-Gymnastikabteilung, die sich nicht der modernen Technik verschließt. „Aber wir hätten gern wieder einen Lichtschalter, um selbst zu entscheiden, wann das Licht ausgeht.“ Die Stadt will die Senioren nicht länger dem Sensor aussetzen. Ein Ortstermin soll Licht ins Dunkel bringen.