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Heimat, einen Abend lang

26.12.2007

"Hier geht es nicht nur darum, dass sich die Leute ihr Essen abholen", lobte Präses Alfred Buß beim Besuch der Weihnachtsfeier für Obdachlose im Reinoldinum. "Viel wichtiger ist es, dass diese Frauen und Männer auch einmal bedient werden und auf menschenwürdige Art das Fest feiern und Gemeinschaft erleben können."

Bereits seit mehr als 30 Jahren spenden Firmen Lebensmittel und Getränke und ermöglichen so die große Heiligabendfeier der Zentralen Beratungsstelle für wohnungslose Frauen und Männer (ZBS).

Jahr für Jahr kommen etwa 150 Obdachlose, um dieses Fest in angenehmer Atmosphäre zu genießen. "Diese Veranstaltung gilt in der Szene als feste Institution", verrät ZBS-Leiter Klaus Schröder.

Mindestens genau so wichtig wie das abendliche Menü sind die 40 Ehrenamtlichen, die für den reibungslosen Ablauf da sind und für ihre Gäste auch ein offenes Ohr haben. Das sorgt für eine familiäre Stimmung. "Da legen Helfer und Gäste schon mal ein Tänzchen aufs Parkett und haben einfach Spaß.", so Klaus Schröder. "Auch ohne Alkohol." Darauf wird großer Wert gelegt.

120 Karten für dieses Weihnachtsessen werden Jahr für Jahr von der ZBS ausgestellt. Gegen 17 Uhr stehen dann aber immer 20 bis 30 Leute mehr vor der Tür am Schwanenwall. Doch damit haben Organisatoren und Helfer längst Erfahrung. "Bei uns wird niemand abgewiesen", versichert Schröder. Wichtig sei nur, dass die Besucher das Fest auch genießen wollen und nicht nur für den Empfang der Lebensmitteltüten da sind.

An diesem Abend erscheinen die Gäste in ihrer besten Kleidung. "Viele decken sich vorher in einer Kleiderkammer ein", weiß Karl Arndt. Er muss es wissen, schließlich war er selbst bis vor zwei Jahren ohne festen Wohnsitz und hat damals die Weihnachtsfeste genossen.

Heute hat er wieder eine Wohnung, hält die alten Kontakte aber aufrecht. Als ehrenamtlicher Helfer in der Anlaufstelle Brückentreff und natürlich im Reinoldinum. Und ist für seine ehemaligen Weggefährten eine wichtige Bezugsperson, wenn es Probleme gibt. jo

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