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Hereinspaziert!

Aufgeregt springt Fifi in die Bahn. Sein menschliches Anhängsel steht draußen, ist abgelenkt. Da schließt sich die Tür. Hund drin, Herrchen draußen. Die Bahn fährt, die Leine spannt - Horror pur.

20.08.2007

"Keine Panik", beruhigt Udo Griebsch. Selbst nach der Abfahrt sind die Türsensoren der U-Bahn scharf geschaltet. Sie erkennen den schrägen Zug der Hundeleine, bringen die Bahn zum Stehen. Fifi ist etwas verstört, Herrchen überglücklich. Schreck lass nach, dank Türtechnik.

Noch ist es nicht so weit. Denn die hochintelligenten Schließflügel gehören zu den neuen Bahnen, die ab 2008 auf der so genannten Ost-West-Strecke von Wickede (Linie 403/U 43) bzw. Westfalenhütte (404/U 44) nach Marten unterwegs sind. 47 Waggons im Wert von 106 Mio. Euro haben die Stadtwerke bestellt, die ab kommendem Jahr nach und nach zum Dienst auf den Linien mit dem neuen U-Bahn-Stück von Osten- bis Union-straße anrollen.

Wagen Nr. 1

Wagen Nr. 1 von 47 steht an diesem Freitag im August vor uns. Eine Dortmunder Delegation mit Stadtwerke-Chef Guntram Pehlke ist ins Werk von Bombardier im sächsischen Bautzen gefahren, um offiziell das Premieren-Exemplar zu übernehmen. 30 Meter lang, im DSW rot-weiß Design gespritzt und vollgestopft mit allem, was U-Bahnfahren im 21. Jahrhundert sicher und komfortabel machen soll.

Ticket-Premiere

Die erste Anmutung des Innenraums: hell, geräumig, licht. Die Probefahrt auf der Bautzener Teststrecke - komfortabel. Was sofort ins Auge fällt - jeder Zug hat einen Fahrkartenautomaten plus drei Entwerter an Bord. DSW21-Verkehrsvorstand Hubert Jung: "Dieses Konzept, Tickets noch schnell an Bord kaufen zu können, ist eine Premiere für uns." Sieben Überwachungskameras an Bord sorgen für Sicherheit.

Gegenüber den derzeit auf der Ost-West-Verbindung eingesetzten Zügen wuchs der "Flexity Classic" genannte Wagen um drei auf 30 Meter, ist zehn Zentimeter breiter und stellt etwa 20 Sitzplätze mehr (darunter sieben Klappschemel) zur Verfügung. Ein- und Ausstieg funktionieren an den fünf unterirdischen Haltestellen überall problemlos ohne Stufe (Niederflurkonzept), die oberirdischen Haltepunkte sollen zumindest jeweils an einer Tür einen stufenlosen Zugang ermöglichen. Ansonsten fährt automatisch eine Trittstufe unterhalb der Türschwelle aus.

Blink- und Tonsignal

Womit wir wieder bei den Türen wären, die alles andere als eine schnöde Schließvorrichtung sind. Jeweils zwei gelbe Blinkleuchten und ein dreisekündiges Tonsignal warnen beim Zulaufen der so genannten Schwenkschiebetüren. Die Mittellippe ist mit feinfühligen Sensoren ausgestattet, die statt bisher 30 mm unter 10 mm dicke "Hindernisse" erkennen können.

Ein tödlicher Unfall wie vor Jahren in Wickede, als eine Frau mit ihrem Arm in der geschlossenen Tür steckte, als die Bahn anfuhr, "könnte mit den neuen Wagen nicht mehr passieren", ist sich Udo Griebsch sicher. Lichtschranke, Tür-Auf-Systeme, etc. runden das Anforderungsprofil der sechs Portale in jedem Zug ab.

Die haben ihren Preis. Von den rund zwei Mio. Euro Anschaffungskosten pro Bahn entfallen laut Udo Griebsch "ca. 15 000 bis 20 000 auf jede einzelne Tür".

Jörg Heckenkamp

Mehr Infos und Bilder unter: www.RuhrNachrichten.de/

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