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Hochkultur ist schwierig zu vermarkten

dortmund.tourismus

DORTMUND Mit "Premierengenuss in Kultur und Küche‘" wollte dortmund.tourismus Bayern, Nordlichter und den Rest der Welt in die Westfalenmetropole locken. Doch bei uns zieht der BVB mehr als die Bartoli.

10.04.2010
Hochkultur ist schwierig zu vermarkten

Cecila Bartoli.

Zwischen 359 und 429 Euro müssten Interessenten für das lukullisch-kulturelle Paket hinblättern. Darin enthalten ist allerhand: Eine Karte für das Gastspiel der weltberühmten Mezzosopranistin Cecilia Bartoli im Konzerthaus, das Ruhr2010.Ticket für Dortmund und zwei Übernachtungen inklusive Frühstück im Vier-Sterne-Plus-Hotel Pullman einschließlich Vier-Gänge-Menü samt Getränke im Gourmetrestaurant „George“. 

Am Preis-Leistungs-Verhältnis gibt’s eigentlich nichts zu mäkeln. Bisher konnte dortmund.tourismus nicht ein einziges Arrangement verkaufen. Schon auf der Internationalen Tourismusmesse (ITB) in Berlin sprach ein Reiseveranstalter die grausame Wahrheit aus: „Wenn es das Paket für Madrid oder Salzburg geben würde, würden wir das gut verkaufen. Aber Dortmund...“, gibt Sigrun Späte von Dortmunds oberstem Vermarkter sinngemäß das Gespräch wieder. „Hochpreisige Angebote in der Hochkultur zu positionieren, das ist noch neu für Dortmund.“ Da brauchen Späte & Co. einen langen Atem und freuen sich, dass es mit der kleinen Kultur besser läuft. Die BVB-Tour zieht immer und seitdem die Kulturhauptstadt 2010 sich so langsam warm läuft, explodiert die Nachfrage nach Stadtrundfahrten und -gängen. 

Spazierten und kutschierten im vergangenen Jahr bis Ostermontag 1988 Leute durch Dortmund, waren es dieses Jahr bereits 2406. „Und die Nachfrage wird weiter anziehen“, ist Sigrun Späte überzeugt. Besonders nachgefragt werden die speziell als Ruhr.2010 ausgewiesenen Touren: „Typisch Ruhrgebiet“ und „Vom Möbelstück zur Metropole“. Die Touristik-Fachfrau reibt sich schon die Hände, wenn sie an das künftige Fußballmuseum und das fertige „U“ denkt. Dazu noch das Konzerthaus und „wir können ein einzigartiges Paket schnüren“.

Doch erstmal hofft die 48-Jährige darauf, mit ihrem mageren Marketing-Budget doch noch Cecilia Bartoli an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Vielleicht sollte sie ins Programm noch einen kleinen Abstecher in den Signal-Iduna-Park einbauen...