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Hochzeitsmusiker: "Alle Zeugen lügen"

06.03.2008

Es klang schon fast ein bisschen nach Resignation: Zwei Monate nach Prozessauftakt hat ein wegen Vergewaltigung angeklagter Hochzeitsmusiker gestern auf alle weitere Zeugenvernehmungen verzichtet. Damit steht das Strafverfahren kurz vor dem Abschluss.

"Was soll ich machen, alle Zeugen sagen die Unwahrheit", beklagte sich der 29-Jährige bei den Richtern. Und auch von Seiten der Justiz bekomme er keine Unterstützung. Sein neunjähriger Sohn, der ihn entlasten könnte, dürfe schließlich auch nicht für ihn aussagen.

In der Tat. Ein vom Familiengericht eingesetzter Pfleger hat gestern endgültig entschieden, dass der Junge aus Fürsorge-Pflicht nicht in den Zeugenstand treten darf. Damit schloss er sich einer Gutachterin an, die schon am letzten Verhandlungstag vor der Vernehmung des Kindes gewarnt hatte. Hintergrund ist eine angebliche Angst-Beziehung zum Angeklagten. Der neunjährige Junge habe ständig Angst, etwas falsch zu machen. Er sei von seinem Vater regelmäßig geschlagen worden, was er jedoch als Bestätigung gesehen habe. Nur wenn er geschlagen werde, so hatte der Neunjährige erzählt, werde er auch ein richtiger Mann. Blieben die Schläge aus, sei sein Vater bestimmt sauer.

Dem Angeklagten, der in Kürze zum achten Mal Vater wird, wird vorgeworfen, seine ehemalige Lebensgefährtin im Oktober 2006 vergewaltigt zu haben. Ihm drohen über fünf Jahre Haft. jh

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