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In der Zelle erhängt

DORTMUND Der 60-Jährige, der sich wegen Steuerschulden im Juni anscheinend vor dem Finanzamt Dortmund-Unna mit seiner Frau mit Gas töten wollte, hat sich am Sonntag in seiner Zelle im Lübecker Hof erhängt.

von Von Andreas Wegener

, 22.10.2007

Weil damals in dem Geländewagen nur seine Lebensgefährtin (58) starb, saß der Garten- und Landschaftsbauer unter Totschlags-Verdacht ein. "Ursprünglich angeordnete Sicherungsmaßnahmen wegen Suizidgefahr konnten im September nach Beteiligung der zuständigen Anstaltspsychologen, eines Psychiaters und des zuständigen Anstaltsarztes aufgehoben werden. Als Behandlungsmaßnahme war allerdings weiterhin die gemeinschaftliche Unterbringung angeordnet", hieß es in einer ersten Stellungnahme der JVA-Leiterin Reina Blikslager.

Abschiedsbrief

  Tatsächlich habe sich in diversen psychologischen Gesprächen der Eindruck verfestigt, dass sich der 60-Jährige stabilisiert habe, bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Beamten fanden in der Zelle einen Abschiedsbrief, der jetzt kriminaltechnisch untersucht werden soll. Obwohl es keinen Hinweis auf ein Verbrechen gibt, wurde der Verstorbene am Mittag in der Rechtsmedizin obduziert. Sein Zellengenosse hatte geschlafen und den Suizid nach eigenen Angaben nicht bemerkt.

Anklage gestellt

Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen gegen den 60-Jährigen inzwischen abgeschlossen und Anklage wegen Totschlags erhoben. Seine "Verzweiflungstat" wegen hoher Steuerschulden hatte der Selbstständige offenbar sorgsam inszeniert. Als er im Finanzamt anrief und mitteilte, "man könne herunterkommen", war seine Frau bereits gestorben. Verletzungen deuteten darauf hin, dass ihr Mann ihr in dem Mitsubishi-Geländewagen einen Gasschlauch in den Mund gedrückt hatte. Er selbst war von dem aus einer Propangasflasche ausströmenden Gas bewusstlos, konnte aber gerettet werden.

Im Zuge der Ermittlungen hätten sich keine Hinweise auf ein Fehlverhalten der Finanzbeamten ergeben, hieß es.

  

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