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Interview mit Meat Loaf: "Meat ist wie Frank"

DORTMUND / NEW YORK Der "Fleischklops" kehrt zurück. Meat Loaf setzt in Kürze seine im Sommer gestartete Deutschland-Tour fort. Den Beginn macht der gebürtige Texaner am 18. Oktober in Dortmund.

02.10.2007

Die RN-Redakteure Andreas Schröter und Constantin Blaß sprachen mit dem Rockstar, der vor kurzem seinen 60. Geburtstag feierte.

Eines vorweg: Wie sollen wir Sie nennen. Bei ihrem Künstlernamen Meat Loaf oder ihrem richtigen Namen Michael Lee Aday? Meat Loaf: Nennt mich einfach Meat. Ich werde so seit meiner frühen Kindheit genannt. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, jemals anders gerufen worden zu sein. Also, einfach Meat. Das ist wie Frank.

Ist es richtig, dass der Name Meat Loaf entstanden ist, weil Sie als Jugendlicher ihrem damaligen Football-Trainer... Meat Loaf: Ja, ja. Ich soll ihm auf den Fuß getreten sein. Und er soll mich daraufhin Meat Loaf beschimpft haben.

Genau. Meat Loaf: Ganz ehrlich. Das ist totaler Quatsch. Als meine CD "Bat Out Of Hell I" herauskam, wurde ich immer wieder von Journalisten auf meinen Namen angesprochen. Das hat total genervt und mich richtig angepisst. Ich hab' dann einfach ein paar Storys erfunden. Die Football-Nummer gehört dazu.

Wie lautet die aktuelle Namens-Begründung? Meat Loaf: Ich habe es aufgegeben, Neues zu erfinden. Mein Vater hat irgendwann mal angefangen, mich so zu nennen. Aber das spielt auch keine Rolle. Es geht nicht um den Namen. Ihr fragt ja auch nicht bei einem Interview mit Peter Gabriel, wieso er Gabriel mit Nachnamen und ob das etwas mit dem Erzengel zu tun hat. Bei Madonna oder Sting kann ich es vielleicht verstehen. Aber bei mir? Mein Name ist seit 30 Jahren langweilig und eigentlich total scheiße. So ist es eben. Die Diskussion ist total dämlich.

Dann lassen Sie uns über Ihre Musik sprechen. Was erwartet Ihre Fans auf Ihrer Tour? Meat Loaf: Sie werden mich sehen, meine Band, ein paar Videowände und ein paar Bühnenmitarbeiter.

Sehr spannend. Mal im Ernst. Meat Loaf: Okay, es wird zweieinhalb Stunden richtigen Rock geben. Ich werde alle meine großen Hits spielen. Von "Paradise By The Dashboard Light" bis hin zu "All Coming Back". Ich denke, jeder wird zufrieden sein. Zunächst stehen für mich und meine Band aber noch ein paar Proben in New York auf dem Programm. Und am 18. Oktober fällt dann der Startschuss in Dortmund.

Ihre aktuelle CD "Bat Out Of Hell III" ist bereits ein Jahr auf dem Markt. Ihre Beste? Meat Loaf: Wenn ich ehrlich bin, gefällt mir "Bat II" am besten. Es ist schwierig, die Alben zu vergleichen. Sie gehören zwar alle zur gleichen Familie. Aber große Ähnlichkeiten haben sie nicht. Wenn, dann ist "Bat III" von seiner Art her mit "Bat II" zu vergleichen. Zu "Bat I" ist der Unterschied aber zu groß. Ich mag aber alle Alben.

Bei der Veröffentlichung von "Bat III" sollen Sie gesagt haben, dass das ungefähr so gruselig sei, wie die "Besteigung des Mount Everest". Meat Loaf: Das habe ich wirklich gesagt? Ich glaube, ich wollte nur irgendetwas Cleveres sagen. Sie wissen ja, Öffentlichkeitsarbeit ist in meinem Job sehr wichtig.

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Deutschland-Konzerte im Sommer? Meat Loaf: Eigentlich nur gute. Vor allem Frankfurt hat gerockt. Wobei: Da war auch noch der Auftritt in Köln.

        Was war da?Meat Loaf: In Köln war ich richtig krank. Alle haben mir vom Konzert abgeraten. Vom Arzt bis hin zum Tour-Manager. Die standen damals hinter der Bühne im Kreis um mich herum, als würde ich gerade von Indianern angegriffen werden. Aber ich wollte unbedingt auftreten. Ich wusste, dass ich mir sonst mein Leben lang Vorwürfe gemacht hätte. Das hätte mich wahnsinnig gemacht.

Sie sind aufgetreten. Meat Loaf: Ja, und die Show war richtig schlecht. Jetzt werde ich davon trotzdem verfolgt. Besonders schlechte Konzerte bleiben mir leider gut im Gedächtnis. Kein Witz: Aber ab und zu erscheint mir morgens ein kleiner Geist und erinnert mich daran. Das macht mich wahnsinnig. Bei allen Leuten, die in Köln gewesen sind, kann ich mich nur entschuldigen. Bitte kommt noch einmal, dann mach' ich es wieder gut.

Die erste Chance dazu besteht in Dortmund. Haben Sie irgendwelche Erinnerungen an Dortmund? Meat Loaf: Ich muss gestehen: Nein. Aber das bedeutet, dass es zwar keine besondere, aber immer eine gute Show gewesen ist. Ich war in jedem Fall schon einmal dort.

Wo treten Sie am liebsten in Deutschland auf? Meat Loaf: Ganz klar, Frankfurt.

Wieso? Meat Loaf: In Frankfurt war es immer super. Da ging richtig die Post ab. Da hat immer die Halle gerockt.

Und wo geht es gar nicht? Meat Loaf: In München bin ich mir einmal vorgekommen wie in einem Museum. So ruhig war das. Es ist ein stetiges Auf und Ab. Aber insgesamt komme ich immer gerne nach Deutschland. Die Zuschauer sind sehr begeisterungsfähig. Sie gehören zu den besten weltweit.

Ende Juni waren Sie zuletzt in Frankfurt beim World Bowl-Finale in der NFL Europa beim Football zu Gast. Ihre Erinnerungen? Meat Loaf: Oh, da war es nicht einfach zu singen. Es waren ja auch nur ein paar Lieder. All die ganzen Cheerleader um mich herum. Und Leute, die eigentlich wegen des Football-Spiels gekommen sind und nicht meinetwegen. Das ist nicht einfach. Ich habe mich wie ein Außerirdischer gefühlt.

  

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