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Jede engagierte Kraft ist willkommen

Heinrich-Böll-Gesamtschule

LÜTGENDORTMUND „Was wir uns von der Teilnahme an Teach First Deutschland versprochen haben, ist teilweise schon eingelöst worden“, sagt Michael Jütte (Foto), didaktischer Leiter der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Lütgendortmund.

von Von Bettina Kiwitt

, 03.04.2010
Jede engagierte Kraft ist willkommen

So macht Unterricht Spaß: Dodji (r.) zeigt seinem Mitschülern Spiele aus Benin, Fellow David Löw Beer ist der Schiedsrichter.

Denn David Löw Beer werde die Hälfte seiner Zeit für Förderunterricht eingesetzt, in der anderen Hälfte betreue er Projekte, für die die Schule mit rund 1000 Schülern und 75 Lehrern – leider, leider ! – nicht genügend Ressourcen habe. „Dabei bringen die Schüler immer mehr Probleme von zu Hause in die Schule mit.“

30 bis 40 Prozent der Gesamtschüler haben Migrationshintergrund. Doch die Migration ist für Jütte noch lange nicht damit gleichzusetzen, dass die Schüler Probleme machen. „Das hängt eher von der Schichtenzugehörigkeit als dem Migrationshintergrund ab.“ 

Und er stellt auch die Frage, ob ein Schüler mit fremdländischen Wurzeln überhaupt noch als Migrant bezeichnet werden kann, wenn er in Deutschland geboren worden und aufgewachsen ist. Die beiden Sozialarbeiter, die an der Schule im Einsatz sind, würden zu allem Überfluss auf zwei Lehrerstellen angerechnet. Da kommt ein Fellow wie David Löw Beer dem didaktischen Experten gerade recht. Da der junge Mann sich in der Vergangenheit bereits für Umweltthemen engagiert hatte, passte er auch gut zur Heinrich-Böll-Gesamtschule, die eine Umweltschule ist. So schnappte sich der 27-Jährige fünf Schüler und reiste mit ihnen zum Umweltgipfel nach Kopenhagen. Wo erleben Schüler Umweltpolitik und ihre Probleme so hautnah wie dort? 

Doch ein Fellow macht noch keine Musterschule. Michael Jütte hätte gern mehr von diesen engagierten, jungen Akademikern. Das Projekt müsste seiner Meinung nach auch über die zwei Jahre hinausgehen, um nachhaltig zu wirken. 

  • Eine Reportage zu diesem Thema finden Sie in der Samstag-Ausgabe (3.4.) der Dortmunder Ruhr Nachrichten.