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"Jetzt kommt die Kür"

14 Männern und vier Frauen verleiht Ministerpräsident Jürgen Rüttgers am 23. Oktober in Köln den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. Eine von ihnen ist die Dortmunderin Christiane Pape. Bianca Belouanas hat mit der Realschullehrerin über den anstehenden Termin gesprochen.

09.10.2007

Frau Pape, hat Sie diese Ehrung überrascht?

Pape : Und wie! Als ich im Mai Post von der Staatskanzlei bekam, musste ich mich erstmal setzen. Dann habe ich meine Konrektorin angerufen. Die hat schrecklich gelacht, weil sie schon davon wusste, denn sie gehörte zu den Leuten, die vorher dafür befragt worden sind. Ich finde es sehr schön, dass eine Frau und eine Lehrerin diesen Orden bekommt.

Wieso bekommen Sie ihn eigentlich?

Pape: Die offizielle Begründung dazu höre ich ja erst am 23. Oktober. Die 41 Dienstjahre als Lehrerin sind es sicher nicht. Ich nehme an, dass ich ihn für mein ehrenamtliches soziales Engagement bekomme.

Das da wäre?

Pape: Nach dem Tod meines Mannes 1991 habe ich mit der Mitarbeit im Realschullehrerverband begonnen, danach entwickelte sich das Ganze quasi zum Selbstläufer. Ich wurde unter anderem Moderatorin im Frauenausschuss und engagierte mich 1994 erstmals an der Sommer-Universität in Salgótarján, im Norden Ungarns.

Gibt es etwas, für das Sie sich besonders engagiert haben?

Pape: Hauptsächlich für die Frauenförderung und das interkulturelle Lernen. Letzteres ist in unserer globalen Welt am allerwichtigsten. Auch wenn die unterschiedlichsten Kulturen in einen Topf geworfen werden, müssen wir an den Unterschieden und Problemen arbeiten und uns gegenseitig mit Respekt behandeln.

Sie sind 64 Jahre alt, gehen Anfang 2008 in den Ruhestand. Haben Sie keine Angst, dass Ihnen nach so viel Arbeit die Decke auf den Kopf fällt?

Pape: Das wird sicher erst einmal merkwürdig. Aber ich habe mich bereits peu à peu aus den Aktivitäten zurückgezogen. 2004 bin ich nach acht Jahren aus dem Hauptpersonalrat ausgetreten, im Sommer 2006 habe ich die Moderation im Frauenausschuss abgegeben. Jetzt sind Jüngere dran.

Ist die Auszeichnung sozusagen der krönende Abschluss?

Pape: Ein Abschluss, aber auch ein Ansporn für 2008. Ich möchte mit einer Freundin zusammen EU-Gelder beschaffen, um die Sommer-Uni in Ungarn wieder aufleben zu lassen, die es seit 2002 nicht mehr gibt. Außerdem will ich weiter Ungarisch lernen. Die Sprache ist sehr schön, die Grammatik allerdings schwierig.

Sie blicken also zuversichtlich in die Zukunft?

Pape: Ja. Ich freue mich darauf, Pflichten abzulegen. Klassenarbeiten und den bürokratischen Aufwand habe ich nie gemocht. Jetzt kommt die Kür.

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