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Jugend kein Parlament vorsetzen

17.08.2007

Brackel Die Idee klingt vielversprechend: Nachdem in letzter Zeit viel über, jedoch selten mit Jugendlichen gesprochen wurde, forderte die Brackeler CDU-Fraktion in der Sitzung der Bezirksvertretung (BV) die Verwaltung auf, zum Schuljahr 2008/09 ein Jugendparlament einzurichten (wir berichteten).

"Es ist wichtig, dass Jugendliche in ihrem sozialen Umgang gestärkt werden und sie das Leben und Arbeiten in einer demokratischen Gesellschaft erlernen", untermauerte CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Barrenbrügge (Foto l.o.) die Forderung seiner Fraktion. In Unna oder Hagen habe sich bereits gezeigt, wie gut ein Jugendrat bzw. -parlament am politischen Prozess teilhaben kann. Als mögliches Aufgabenspektrum könne sich die Union ein Beteiligungsverfahren der Jungen und Mädchen bei der Ausstattung von Kinderspielplätzen und Schulhöfen, beim Einsatz von zusätzlichen Bussen zur Schulzeit oder auch bei der Überprüfung von Geschäften und Einrichtungen auf "Kinder- und Jugendfreundlichkeit" vorstellen.

"Zweifellos ist es sinnvoll, Jugendliche mitreden zu lassen, jedoch ist der Vorschlag genau der falsche Weg", entgegnete Ulrich Begemann (Foto r.o.), Fraktionssprecher der Grünen. Es habe keinen Zweck, den Heranwachsenden ein Parlament vorzusetzen, ohne dass sie von sich aus den Wunsch nach politischer Partizipation herantragen, bekräftigte er. "In Unna ist der dortige Jugendrat aus dem politischen Raum gewachsen. Einfach von der Verwaltung ein Jugendparlament zu fordern, entspricht nicht meiner Auffassung von Demokratie."

Auch SPD-Fraktionschef Hartmut MoneckeKarl-Heinz Czierpka (Foto li. u.) kritisierte den Vorschlag eines "aufgesetzten" Parlaments und appellierte an die Jugendlichen, zur Einwohnerfragestunde zu kommen, die vor jeder BV-Sitzung stattfindet. "Denn bisher sind auch auf diesem Wege viele Belange vorgetragen worden. Viele Jugendliche waren hier in der Sitzung oder haben die Bezirksvertretung zu sich eingeladen", unterstützte ihn Bezirksvorsteher (Foto r.u.).

Mit den Gegenstimmen aus den Reihen der SPD und der Grünen wurde der CDU-Antrag in der anschließenden Abstimmung bei Stimmengleichheit abgelehnt.

Philipp Piasetzki

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