Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Junge (16 Monate) in vermüllter Wohnung

DORTMUND Eine Hagener Wohnungsverwaltung schlägt Alarm beim Dortmunder Jugendamt: In einer Wohnung im Ortsteil Lütgendortmund soll ein erst 16 Monate altes Kind tagsüber unbeaufsichtigt zwischen Katzenkot, Müll und Bergen ungespülten Geschirrs leben. Die Hagener zeigten den Fall Ende Oktober an und werfen nun dem Jugendamt Untätigkeit vor.

von von Ulrike Böhm-Heffels

, 10.12.2007
Junge (16 Monate) in vermüllter Wohnung

Nachbarn meldeten das schreiende Kind und sprechen von wilden Partys von Mutter und Großeltern bis in die frühen Morgenstunden. Die betroffene Wohnung soll komplett verdreckt sein.

Sie hätten sofort das Dortmunder Jugendamt informiert, so Martina  Still vom gleichnamigen Immobilien-Management, in dessen Verwaltung über 1000 Wohnungen liegen. Die Hagenerin wirft dem Jugendamt vor, sich nicht entscheidend gekümmert zu haben.

Schon seit Oktober mehrten sich für die Hausverwalter Anzeichen, dass in der betreffenden Wohnung in einem Mehrfamilienhaus am Lindentalweg in Lütgendortmund das Kindeswohl gefährdet sei. Die 20-jährige Mutter befinde sich, so Martina Still, in einer Ausbildungsmaßnahme. Der Vater soll in dem Nachbarhaus leben, seine Eltern über der Wohnung der Kindsmutter. Immer wieder habe es von Nachbarn Beschwerden gegeben.

Wilde Partys bis in die frühen Morgenstunden

Das Kind würde unaufhörlich schreien, die Katzen der Familie, geschätzt mindestens ein halbes Dutzend, liefen inzwischen wild durch den Hausflur und würden hier alles mit Kot und Urin verunreinigen. Auch war die Rede von wilden Partys, die die Mutter und ihre Schwiegereltern im Beisein des Kindes bis in den frühen Morgen gefeiert haben sollen.

Einer Mitarbeiterin der Hausverwaltungs-Firma habe sich folgendes Bild geboten: „Die Wohnung ist völlig verwahrlost, u. a. stapelte sich das Geschirr etwa einen Meter hoch auf der Spüle. Die ganze Wohnung war mit Katzenstreu und Katzenkot verunreinigt, da die Katzentoilette von den Katzen auf Grund erheblicher Verunreinigungen nicht mehr aufgesucht wurde. Das Kind von Frau B. lebt in einer schrecklichen Situation. Die Kindsmutter überlässt das Kind zur Aufsicht ihren Schwiegereltern, diese wiederum verletzten die Aufsichtspflicht mit Wissen der Mutter derart, dass sie das schreiende Kind sich selbst überlassen und in einem anderen Wohngebäude aufhältig sind“, schrieb die Verwaltungs-Firma an den Jugendhilfsdienst Dortmund – mit Datum 31. Oktober.

Monteur hätte sich fast übergeben müssen

Nach einem Wasserschaden – der Waschmaschinenzulauf war defekt und flutete die gesamte Wohnung – meldete sich der beauftragte Monteur bei den Hagenern und bestätigte deren Eindrücke. Er habe sich fast übergeben müssen, heißt es in einer Gesprächsnotiz der Firma Still vom 31. Oktober.

Hinweis: Die Reaktion des Jugendamtes lesen Sie in der Dienstag-Ausgabe der Ruhr Nachrichten.

Lesen Sie jetzt