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Junge Mutter litt unter Todesangst

23.10.2007

Sie ist jung, hübsch und gefährlich: Die 28-jährige Frau, die zurzeit in Dortmund vor Gericht steht, hat die Justiz vor eine schwierige Aufgabe gestellt. Die Frage, um die es geht: Muss sie auf unbestimmte Zeit in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht werden?

Zunächst hatte wirklich alles danach ausgesehen. Als Psychiaterin Marianne Miller sie nach der Messerattacke an der S-Bahnhaltestelle "Germaniastraße" (wir berichteten) im Krankenhaus besuchte hat, war die 28-Jährige ein psychisches Wrack. "Sie hatte Angst, dass in den Infusionsflaschen Alkohol ist und man sie töten wolle", erklärte die Gutachterin gestern vor dem Dortmunder Schwurgericht. Immer wieder habe die junge Frau den Infusionsschlauch zugedrückt. "Auch ich konnte sie nicht davon abhalten."

Ihre Todesangst wurde schließlich so stark, dass sie sich trotz ihrer eigenen Verletzung (sie erlitt bei der Rangelei auf dem Bahnsteig selbst einen Leberstich) ruckartig aufsetzte und den Infusionsschlauch durchbiss.

Halluzinationen, innere Stimmen und bizarre Vorstellungen: Heute kann die Mutter eines zweijährigen Sohnes selber kaum mehr fassen, was damals passiert ist. Sie nimmt Medikamente, ist wieder ruhig. Wenn es nach der Psychiaterin geht, könnte sie sogar schon bald entlassen werden. Allerdings nur, wenn zuvor ein engmaschiges Betreuungsnetz gespannt worden ist. Urteil im November. jh

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