Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Kampf-Kaufen in letzter Minute

DORTMUND Samstagmorgen, halb elf. Zehntausende Menschen strömen in die Innenstadt. Männer, Frauen, Familien, Paare. Unter ihnen auch Hannah Möller und Udo Basel.

von Von Annika Ruhfaut

, 24.12.2007

Obwohl sie sich nicht kennen, haben sie mindestens eines gemeinsam: Ihnen fehlen noch Geschenke. Dringend. Denn bis Heiligabend bleibt ihnen nur noch dieser Tag - und der Montag. Deshalb ist jetzt Power-Shopping angesagt. Bei den Massen, die sich in der City bewegen, gar kein einfaches Unterfangen: Kampf-Kaufen pur ...

Ein Plan wäre jetzt sinnvoll. Doch den haben beide nicht. "Ich fange bei H&M an, dann guck ich weiter", sagt Hannah. Allein ist sie aus Witten nach Dortmund gekommen, sucht Geschenke für ihre Mutter, eine Freundin und einen Freund. Unter Drängeln und Schieben wühlt sie sich durch die schwedischen Trend-Accessoires.

Ruhiger lässt es der Bielefelder Udo angehen. Er ist mit einer Bekannten nach Dortmund gekommen. "Einen Glühwein trinken, den großen Tannenbaum angucken, ein bisschen shoppen." So hat er sich den Tag vorgestellt. Schnell merkt er, dass dieses Vorhaben nicht so leicht umzusetzen ist. "Ganz schön unangenehm, wenn es so voll ist," stellt er fest.

Hannah hat inzwischen Ohrringe für die Freundin gefunden. Jetzt muss etwas für die Mama her. "Da weiß ich schon was", sagt Hannah erleichtert. Schnell - soweit dies möglich ist - schlängelt sie sich durch die Menge zur nächsten Parfümerie. Nachgefragt, eingekauft, eingepackt - so muss das gehen. Schön wär's: Bis Udo sein erstes Geschenk hat, vergehen vier Stunden. Glücklich hält er die Tüte fest, in der das Badesalz für seine Mutter liegt. "Shoppen ist ganz schön anstrengend", stöhnt er. Pause - das wäre jetzt was.

Pause kommt für Hannah nicht in Frage. Sie sucht weiter, nach einer Kette für einen alten Freund. "So im Surferstil, aus Holz", murmelt sie und klappert die Weihnachtsmarktstände ab. "Die hier sehen doch ganz gut aus."

Nach einem langen Tag haben Hannah und Udo gefunden, was sie wollten. Nur Udo wird sich wohl noch einmal ins Getümmel stürzen müssen. "Muss ja noch was für meine Begleitung holen", flüstert er. Dann aber in Bielefeld. 

Lesen Sie jetzt