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Kecker Pierrot und die trauernde Niobe

19.10.2007

Ein Duo und zwei erstaunliche Solisten hat das Festival "Next Generation" am Donnerstag bei Harenberg präsentiert. Oboistin Melanie Jung ist 21 Jahre alt und Tochter von Operntenor Manfred Jung, der von 1971 bis 75 in Dortmund engagiert war und später in Bayreuth gesungen hat. Auch Melanie Jung ist eine Sängerin - auf der Oboe. Pianistin Julia Kammerlander ist erst 18 Jahre alt, und sie wagte sich an einen der größten Brocken solistischer Klavierliteratur, "Carnaval" von Schumann.

Mit viel Kraft und einer ausgefeilten Technik spielte sie dieses Werk und machte auch die Charakteristika der Figuren deutlich: Keck ließ sie Pierrot aus den Tasten hervorlugen, vorwitzig war ihr Harlekin. Aber auch sangliche, zärtliche Momente schuf die Pianistin - sowohl im Eusebius-Bild aus "Carnaval" als später im 2. Satz von Beethovens Sonate op. 90.

Mutig hatte Melanie Jung die sehr offenen, empfindlichen Metamorphosen von Britten für Solo-Oboe an den Beginn des Konzerts gestellt. Und auch sie zeichnete dort ausdrucksstarke Charakterbilder von den Figuren der griechischen Mythologie - von Pan, den sie mit ausnehmend schönem Ton auf einem Schilfrohr singen ließ, und von der trauernde Niobe. Melanie Jung ist künstlerisch vielfältig begabt, sie ist auch Eiskunstlauf-Trainerin.

Wie vortrefflich sich beide Musikerinnen gegenseitig inspirieren, hörte man im zweiten Teil, in dem sie klug das Programm umgestellt hatten und mit den Schumann-Romanzen begannen. Als sensible Begleiterin erlebte man Julia Kammerlander hier, ebenso am Schluss in Salonstück des Böhmen Kalliwoda. JG

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