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Kein Gedenken am Platz der Synagoge

DORTMUND Skandal um eine Kundgebung gegen Nazis: Die Stadt hat eine Gedenkveranstaltung am Platz der Alten Synagoge abgesagt, weil dort Baufahrzeuge und -material stehen könnten.

von Von Andreas Wegener

, 21.08.2007
Kein Gedenken am Platz der Synagoge

Wegen der Bauarbeiten sollte an dieser Stelle keine Kundgebung möglich sein.

Die Veranstalter - Dortmunder Friedensforum und das Bündnis Dortmund gegen Rechts - halten dieses Argument für vorgeschoben: Offenbar wolle Theaterdirektorin Bettina Pesch keine politischen Veranstaltungen vor der eigenen Haustür, hieß es gestern bei einer Pressekonferenz. In einem offenen Brief fordern sie Pesch auf, ihre ablehnende Haltung aufzugeben.

Die beiden Organisatoren hatten die Kundgebung für den 1. September (an dem bekanntlich auch Neonazis in der Stadt demonstrieren wollen) bereits am 7. Juli bei der Polizei angemeldet. "Am vergangenen Donnerstag bekamen wir einen Anruf der Behörde, die uns mitteilte, dass aus polizeitaktischen Gründen nichts gegen die Veranstaltung spreche, der Ort aber nach Auskunft des Theaters nicht zur Verfügung stehe. Allerdings hatten wir inzwischen schon öffentlich für die Kundgebung geworben und entsprechende Flugblätter verteilt", sagte Silke Bernhardt vom Bündnis Dortmund gegen Rechts. Sie hofft, dass die Stadt doch noch einlenkt und die Veranstaltung, auf der unter anderen die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano sprechen soll, wie geplant stattfinden kann.

Für Ratsmitglied Wolfgang Richter, der seit Jahren unermüdlich gegen die Verharmlosung von Neonazis in unserer Stadt kämpft, ist mit der Absage eine "neue Dimension" der Auseinandersetzung erreicht: "Jetzt werden die demokratischen Gegenkräfte auch noch behindert", ärgert sich der Politiker. Die Veranstalter wollen ihre Kundgebung nötigenfalls gerichtlich durchsetzen.

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