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Keine Auskunft zu neuem Verdacht

DORTMUND Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer hatte selbst den Verdacht geäußert, dass mehrere Personen an den Unterschlagungen in seinem Amt beteiligt gewesen sein könnten. Er gehe davon aus, sagte er noch Montagabend, dass die mittlerweile entlassene Mitarbeiterin "keine Einzeltäterin war". Im Rechnungsprüfungsausschuss ruderte er jetzt zurück und verlor sich in wolkiger Formulierung.

von Von Jörg Heckenkamp

, 11.10.2007
Keine Auskunft zu neuem Verdacht

Im Rechnungsprüfungsausschuss stand Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer Rede und Antwort.

Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer (SPD) verwies auf die Differenz zwischen den 379.000 unterschlagenen Euro, die die Beschuldigte Ex-Mitarbeiterin zugegeben haben, und der 1,1 Mio-Euro-Lücke, die die Rechnungsprüfer entdeckt haben. Langemeyer: "Die Frage ist, ob die offene Summe auf ihr Konto geht oder ob sie auch weiteren Stadtbediensteten zugerechnet werden kann." Von Festlegung auf weitere Täter keine Spur mehr.

Überhaupt gab sich das durch die Bargeld-Affäre angeschlagene Stadtoberhaupt im Ausschuss am Donnerstagnachmittag kämpferisch. Keine Spur von Bauernopfer oder gar Rücktrittsgedanken, wie manch politischer Beobachter vor der Sitzung meinte. Stattdessen wiederholte Langemeyer mit fester Stimme seine sattsam bekannte Position: Ja, es sei der Stadt durch die kriminellen Machenschaften der Frau ein immenser Schaden entstanden, nein, er habe keine Fehler gemacht sondern sofort nach Bekanntwerden der Unregelmäßigkeiten gehandelt.

Die Fraktionen im Ausschuss glaubten ihm offenbar. Selbst die CDU-Opposition beeilte sich in Person von Jürgen Eigenbrodt gleich mehrfach zu versichern: "Niemand wirft dem OB eine persönliche Verstrickung vor." Kein Politiker hielt es indes für nötig, Langemeyer auf seine Äußerungen über  mögliche Mittäter zu befragen und woher er sein Wissen habe. So musste Langemeyer keine Angriffe fürchten, konnte sich ungehindert verbreiten und seine Aussagen wolkig ummanteln.

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