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Keine Gnade für Papa

DORTMUND Bereits vor der Eröffnung um 11 Uhr waren die Eingänge hoffnungslos überlastet: Zum neuen "E.Day" - dem ehemaligen "Edeka-Familientag" - erlebte der Westfalenpark eine Invasion der Generationen. 80.000 Besucher drängten durch die Drehkreuze.

von Von Daniel Claeßen

, 19.08.2007
Keine Gnade für Papa

Nichts geht mehr: Vor dem Eingang Ruhrallee warten die Besucher auf Einlass.

Da muss er durch: Die 12- und 13-jährigen Töchter zerren ihren Vater zur Bühne auf der Festwiese. In wenigen Minuten tritt der erste von zwei "Top Acts" auf: Die Mädchen-Gruppe "Monrose", im Fernsehen auf die aktuelle Teenie-Generation zurecht gecastet, gibt ein einstündiges Konzert. Das hat zwar mit Musik im eigentlichen Sinn nicht viel zu tun, doch die Tanzdarbietungen reichen den jungen Fans vollkommen aus: 20 000 jubeln den Retorten-Stars Senna, Bahar und Mandy zu.

Wenn Papa jetzt dachte, das Schlimmste sei für ihn überstanden, erlebte er eine böse Überraschung: Fünf smarte Jungs, Jahrgänge 1987 und 88, verwandelten die mehrheitlich weiblichen Fans in hysterische Heulbojen. "Us5" nennt sich die deutsch-britisch-amerikanische Combo, ebenfalls ein Produkt des Fernseh-Casting-Prozesses, die dem Anschein nach mehr Wert auf das Aussehen und die Bewegung als auf die Musik setzt. Den Fans war's recht - 60 Minuten lang kreischen bis zur Heiserkeit. Wer nicht solange durchielt, wurde von den Wachleuten - neudeutsch "Security" - aus der Menge gefischt.

Außergewöhnliches Programm

Immerhin: Es ist "E.Day", und auch wenn er jetzt nicht mehr so heißt, immer noch "Familientag". Chef-Organisator Hans-Joachim Klemke will allen Generationen etwas bieten: "Unser Programm ist außergewöhnlich. Es ist für jeden etwas dabei, vom Teenager bis zum Schlagerfan." Letzterer konnte auf der Florianbühne dem Spaßbarden Olaf Henning oder Österreich-Export DJ Ötzi zujubeln, und wer es ganz gemütlich wollte, hörte dem Dortmunder Shanty-Chor und den "Pilspickern" auf der Seebühne zu - musikalisch gesehen zweifelsohne das Highlight des Tages.

Zwischen den Bühnen: Stände, Sonderangebote, Hüpfburgen und ein historischer Jahrmarkt. Wer schlau war, brachte sich einen Bollerwagen oder einen Koffertrolley mit, um die nächste Monatsration an Chips, Toast, Limonade oder Fertigsuppe transportieren zu können. Während die Eltern auf Einkaufstour gingen, tobten sich die Kinder auf der 1500 Meter langen Spielstraße  zwischen Kletterwand und Hindernisparcours aus.

Lange Wartezeit

Wie heißt es so schön - Erfolg gibt Recht. Und so darf Hans-Joachim Klemke mit Stolz behaupten, alles richtig gemacht zu haben: Über 80 000 Besucher bedeuteten einen neuen Rekord - an den neun Familinetagen zuvor wurde diese Marke nicht erreicht. "Auf so einen Ansturm kann man nicht vorbereitet sein", wirbt der Organisationschef um Verständnis für die langen Wartezeiten an den Kassen. Trotz Vorverkauf mussten die Besucher bis zu einer halben Stunde anstehen. "Wenn schon morgens um halb elf kilometerlange Schlangen vor den Toren warten, dauert es eben seine Zeit", so Klemke.

Immerhin, das Warten lohnte sich: Programm für jede Altersklasse, dazu Sonderangebote - auch "Produkt-Specials" genannt - und obendrein noch gutes Wetter. Da wollte sich auch kein "E.Day"-Besucher beschweren.

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