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Keine Strafe für brutale Tat

Es war eine brutale Tat. Im Dezember des vergangenen Jahres zertrümmerte ein junger Dortmunder einem 35-jährigen Mann mit einer Bierflasche den Oberkiefer. Bestraft wird er dafür jedoch nicht.

08.10.2007

Das Amtsgericht hat das Verfahren gestern eingestellt. Auflagen: Der 23-jährige Angeklagte muss 100 Sozialstunden ableisten und 2000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Das ist natürlich bei weitem nicht die Summe, die sein schwer verletztes Opfer für angemessen hält. Allein die Zahnarztkosten belaufen sich nach Angaben seines Dortmunder Anwalts Michael Liedtke schon jetzt auf mehr als 7000 Euro. Weitere Operationen stehen bevor.

Einen Monat lang konnte der 35-Jährige nur Flüssignahrung zu sich nehmen. Er hatte sechs Zähne verloren, der Oberkiefer war gesplittert. Sechs Tage lag er im Krankenhaus, sechs Wochen konnte er nicht arbeiten.

Der Angeklagte hatte im Prozess sogar gestanden, die Bierflasche als Waffe eingesetzt zu haben. Ein Wort der Entschuldigung oder gar der Reue fand er aber nicht.

Sein Verteidiger sprach sogar von "Mitverursachungs-Beiträgen" des Opfers. Womit er meinte, dass der 35-Jährige damals zwei Freundinnen des Angeklagten angegrabscht und eine der beiden Frauen auch geschlagen haben soll.

Der Angeklagte selbst wollte am Ende nicht einmal die zivilrechtlichen Forderungen (zum Beispiel die Arztkosten) anerkennen.

Übrigens: Normalerweise liegt die Mindeststrafe für gefährliche Körperverletzung bei sechs Monaten Haft. jh

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