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Kikeriki aus tausend Kehlen

14.12.2007

Kikeriki aus tausend Kehlen

<p>Eine Sumtaler Henne.</p>

Revierkämpfe auf Hahnenart werden auf der 89. Nationalen Rassegeflügelschau an diesem Wochenende vor allem lauthals krähend ausgetragen. Mehr lassen die Käfigabtrennungen auch gar nicht zu. Andernfalls käme es bei den rund 20 000 Tieren in den Hallen 4-7 zu einem heillosen Durcheinander.

Vor allem die hochbeinig-schlanken Italiener scharren seit gestern aufgeregt im Käfig und krähen mit ihren Konkurrenten um die Wette. Einen plusterigen Sumtaler-Hahn am anderen Ende der Halle lässt das Gezeter der schwarzen Italo-Singles allerdings kalt. Er hat schon einen Harem und stolziert mit bedächtig-wippendem Kopf vor seinen Damen auf und ab.

Ob Hühner, Enten, Gänse, Puten, Tauben oder Fasane: Sie alle fürchten weder St. Martin noch das Weihnachtsfest, denn um als Braten auf dem Teller zu enden, dazu sind sie viel zu hübsch, sagt Peter Heemeier vom Landesverband der Rassegeflügelzüchter Westfalen-Lippe. 254 Preisrichter haben am Donnerstag schon Noten verteilt: Je mehr ein Tier dem angestrebten Zuchtstandard entspricht, desto höher die Bewertung.

Auf der Ausstellung treffen sich vor allem Hobbyzüchter. "Wir machen das aus Liebe zum Tier. Mit Legebatteriehaltung haben wir nichts zu tun", sagt Heemeier. Er hofft, mit der Ausstellung auch Nachwuchs für die Geflügelzucht zu begeistern. Bisher jagten die Kinder eher virtuelle Moorhühner am PC. Nicht so Timo Stahl (12) aus Bauschheim bei Rüsselsheim. Sein Herz schlägt für die Tauben, vier seiner Lieblinge hat er mitgebracht. Seine Mutter ist mit neun Hühnern vertreten, Papa Günter schickte acht Enten ins Rennen um die besten Bewertungen.

"Je nach Rasse, Bewertung, Größe und Seltenheit kann ein Tier hier zwischen 40 und 150 Euro kosten", sagt Heemeier. Gerade seltene Rassen wie Lakenfelder Hühner, Westfälische Totleger oder Kingtauben erzielten höhere Preise. Sonderlich schwierig sei die Hühnerzucht nicht, findet Heemeier. Nur zeige eben nicht jedes Küken die erforderlichen Merkmale. Pech. Wer nicht zur Zucht taugt, landet eben doch auf dem Teller. bel

Öffnungszeiten: Sa 8-18 Uhr, So 8-14 Uhr, Eintritt f. Kinder frei, Erwachsene zahlen 10 .

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