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Klinikum: Marode Geländer an 37 Balkonen

13.08.2007

Rund 300 000 Euro würde es kosten, die maroden, rostigen Geländer an 37 Balkonen des Klinikums erneuern zu lassen. Peanuts im Vergleich zu 325 Millionen Euro, die an Dortmunds größtem Krankenhaus inzwischen als Investitions-Rückstau (einschließlich aller erforderlichen Neubauten) aufgelaufen sind.

Laut Krankenhaus-Finanzierungs-Gesetz, so Klinikum-Sprecher Jörg Kühn, seien die Betriebskosten über die Pflegesätze der Krankenkassen aufzubringen, die Investitionsförderung aber obliege nun mal dem Land: "Früher gab's eine Pauschalförderung nach Bettenzahl sowie eine Einzelförderung für Neubaumaßnahmen."

Wie berichtet, schwelt der Streit mit Gesundheitsminister Laumann in der eigenen CDU-Partei, weil die Landesregierung ihre Krankenhaus-Finanzierung völlig umstellt. Zur Erinnerung: Mit einer Baupauschale von 100 Millionen Euro will Karl-Josef Laumann alle 413 NRW-Krankenhäuser bedenken. Aber nicht mehr in diesem Jahr. Also: Keine 20 Millionen Euro fürs geplante neue OP-Zentrum, stattdessen "plätschern" hierfür demnächst Jahr für Jahr rund 3 Millionen. Und kein Geld für "Peanuts". Die Balkone der medizinischen Klinik am Klinikzentrum Mitte bleiben folglich gesperrt, in allen acht Etagen auf ganzer Länge von 60 Metern.

Das Klinikum selbst zieht die geplante Sanierung der Stationen vor. Zurzeit laufe die Erneuerung der Bäder in einer HNO-Station, so Kühn. Dem Klinikum-Sprecher sind die Dauersorgen inzwischen anzumerken: "Wenn alle Eigenmittel vom Land finanziert worden wären, hätten wir kein Defizit." Das Problem mit der maroden Bausubstanz sei doch: "Wo setzen wir Prioritäten?", so Kühn. Die gleiche Geländer-Problematik hätten sie auch an der Augenklinik gehabt. Da sei sie inzwischen gelöst.

Unterdessen schimpft die Gewerkschaft verdi über das "Halbwissen" von CDU und FDP. In einer Stellungnahme von verdi-Sekretär Oliver Kolberg heißt es: "Weder Behauptungen über außertarifliche Leistungen von 100 Prozent Weihnachtsgeld noch die Unterstellung von fehlenden strukturellen Veränderungen zeugen von seriösem Interesse." Weiter: "Statt von den Beschäftigten einen unbefristeten Lohnverzicht zu verlangen, sollten CDU und FDP mehr Druck auf die Landesregierung ausüben." bö

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