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Künstler auf Klang- und Kohle-Tour

Sie standen knietief im Wasser und robbten bei 27 Grad durch einen 50 cm breiten Gang. Fast 1000 Kilometer entfernt von zu Hause und 650 Meter unter der Erde bekamen sechs Dortmunder Künstler erstmals einen Eindruck davon, wie sich Bergleute bei der Arbeit gefühlt haben müssen.

10.03.2008

"Das war eine absolute Extrem-Erfahrung", beschreibt Silvia Liebig die Besichtigung eines noch aktiven Bergwerkes im polnischen Kattowice. Der Ausflug gehörte zum Programm des internationalen Kunstprojekts "C.O.A.L", bei dem Künstler aus (ehemaligen) Montanregionen rund um Lille, Kattowice und Dortmund sich gegenseitig besuchen und Arbeiten für eine gemeinsame Wanderausstellung entwickeln (s. Infokasten).

Die Reisezeit und damit Phase eins des europäischen Projekts ist nun vorbei, am 14. Mai geht's los mit der ersten Vernissage in Kattowice. Bis dahin arbeiten auch die Dortmunder nun an ihren künstlerischen Ideen. Gudrun Kattke etwa, deren Objekte zumeist aus Fundstücken bestehen, sammelte in den drei Regionen Material, aus dem sie eine 14 Meter lange, bewegliche Förderband-Installation aus 2500 Einzelteilen gestalten wird. Ralf R. Wassermann arbeitet am "COAL-Radio", das via Internet überall empfangbar sein wird. Zu hören gibt es dort eine Klangreise durch die drei Städte.

Der Beitrag des Komponisten, Geräusch-Dokumentaristen und C.O.A.L.-Initiators Richard Ortmann besteht aus drei Live-Konzerten mit Musikern aus den drei Ländern. Die jeweiligen Bands werden zu serieller Musik improvisieren, die Ortmann aus Rhythmen und Klängen komponierte, die ihm während der Reisen begegneten.

Christian Psyk plant eine Installation mit Gebetsfahnen, die er u.a. auf dem Löschturm der Kokerei Hansa flattern lassen will: So wie Kohle die Menschen und die Landschaft veränderten, will Psyk den Turm in eine Pagode verwandeln. Silvia Liebig abstrahierte die vielen Bilder in ihrem Kopf zu Scherenschnitten auf feinem, weißen Papier. pin

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