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Kultur - ein Herzenswunsch

Nach 14 Jahren hat sich Bodo Harenberg am Jahresende als Kulturveranstalter verabschiedet. Julia Gaß sprach mit ihm über die Höhepunkte im Harenberg City-Center, über große Mimen und über die Zukunft von Kultur in Dortmund.

30.12.2007

Kultur - ein Herzenswunsch

<p>Bodo Harenberg nahm in diesem Jahr Abschied als Kulturveranstalter. Archiv Menne</p>

Das letzte halbe Jahr war ein Abschied in Raten. Von Helga Uthmann und der "Magd Zerline", von "Uters Nachtlichtern", von großen Mimen wie zuletzt Otto Sander, vom Festival "Next Generation" und schließlich von Ihnen. Welcher Abschied ist Ihnen am schwersten gefallen?

Harenberg: Ich muss das erst alles verarbeiten. Es waren großartige Abschiede. Von Helga Uthmann habe ich alle Vorstellungen hier gesehen, Jürgen Uter hat mich als Mensch auch sehr bewegt. Otto Sander war noch einmal ein besonderer Höhepunkt. Und die Begegnung mit Niu Niu war wunderbar und familiär. Für mich waren in den vergangenen 14 Jahren alle Abende sehr große Geschenke, die ich mir mit dem Kulturprogramm gemacht habe.

Lesereihen mit großen Mimen gab es vorher nicht in Dortmund. Und Sie haben Kammermusik populär gemacht, als die ein Stiefkind war. Macht es Sie stolz, dass Ihre Künstler nun im Konzerthaus auftreten und Kammermusik mehr Freunde hat?

Harenberg: Sicher. Und wir haben die Künstler in Gesprächen auch als Mensch gezeigt. Auch das hat Nachahmer gefunden. Fast alle großen Mimen waren hier, selbst Loriot. Ihn zu überreden war am schwersten. Und Waltraud Meier hat hier ihren Abschied von Bayreuth bekannt gegeben. Es gab so viele unvergessliche, unglaubliche Momente.

Sie haben für alle Künstler ein Abschiedsfest gefeiert. Warum nicht für sich selbst?

Harenberg: Was hätte nach dem Konzert mit Niu Niu noch kommen können? Ich hatte damit einen Abschied, wie man ihn sich nicht besser erträumen kann.

Welcher Abend hat Sie am tiefsten beeindruckt?

Harenberg: Der mit Will Quadflieg, als er Goethes Faust auswendig rezitiert hat. Auch die Ballett-Abende sind unvergesslich, und Martin Grubinger mit seinem Schlagwerk-Abend war als Einzelereignis herausragend. Und Niu Niu natürlich.

Was wünschen Sie sich von Kultur in Dortmund?

Harenberg: Mehr Begeisterung von der Politik. Dass die Politiker mehr mit dem Herzen dabei sind und nicht nur Pflichtbesuche machen. Und dass der Respekt vor den Künstlern und der Kunst zunimmt. Dortmund hat gute Ensembles, gute Spielorte und gute Künstler. Die Politiker sollten mehr mit den Künstlern reden und sie ehren. Wir brauchen eine innigere Verflechtung von Kunst, Politik und Wirtschaft.

Nach Weihnachten verbringen Sie auch den Jahreswechsel in Wien. Wo werden Sie in Zukunft leben?

Harenberg: In Wien und Dortmund. Ich wohne seit 43 Jahren in Aplerbeck. Mein Haus ist wie ein Maßanzug, den man nicht ausziehen kann und möchte.

Wie oft werden Sie zu Gast im HCC sein?

Harenberg: Ich werde zunächst dem neuen Programmmacher Klaus Becker das Feld freihalten und seltener kommen. Er hat neue Ideen, die ich gut finde. Später werde ich sicher häufiger kommen. Mein privater Kalender war in den letzten 14 Jahren durch den HCC-Kalender bestimmt. Ich genieße jetzt auch die Freiheit.

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