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Kunst im Schuh

DORTMUND Rund 100 hölzerne Schuhspanner hat Galerist Axel Schöber im Juni an 80 Künstler in aller Welt verschickt. Der Auftrag: Den Spanner für den Kunstpreis "ART-spanner" künstlerisch zu veredeln. Die Ergebnisse sind ab Sonntag in der Galerie ART-isotope zu sehen.

von Von Katrin Pinetzki

, 23.08.2007
Kunst im Schuh

Ein "spannendes" Paradoxon...

Der Galerieraum an der Hohen Straße ist kaum wiederzuerkennen. Weiße Regale mit quadratischen Fächern dominieren den Raum - es sieht aus wie in einem edlen Schuhladen. Doch es sind keine Schuhe, die in den Regalen stehen, sondern Schuhspanner - sofern man sie noch als solche erkennen kann. Da steht etwa ein dunkel gefärbtes Glas mit der Aufschrift "Olivenöl". "Entspannter Schuhspanner, angelegt in Olivenöl" heißt die Arbeit des Dortmunders Wladimir Kalistratow, der den Schuhspanner in seine Einzelteile zerlegte und ihn damit in den Ruhestand schickt bzw. konserviert.

Vom "Spanner" zur Mausefalle

Axel Schöber hat ein Faible für Schuhspanner. "Ein in sich schönes Objekt, eine fast schon perfekte Form", schwärmt er. Verbessern kann man sie wohl nicht - zweckentfremden und bearbeiten allerdings schon. So wurde aus einem Spanner eine Mausefalle. Der Dortmunder Edelstahl-Skulpturist Jan Köthe gestaltete "Paradoxon". Andrea Kraft, ebenfalls Dortmunderin, nahm den "Spanner" wörtlich und baute einen geheimnisvoll beleuchteten Guck-Kasten um dem Schuhspanner, hinter dessen Seh-Schlitzen sich eine kleine Belohnung für Voyeure verbirgt. Wolfgang Kienast, auch bekannt als "Martini", bastelte zwei Malerrollen als Füße unter den Spanner und schuf einfach, aber wirkungsvoll ein filigranes Tier, einen seltsamen Vogel.

Die Objekte machen staunen oder lassen stutzen: Der Holzspanner in einem Holzschuh etwa. Oder der Spanner, der in einem High Heel steckt: Erst auf den zweiten Blick erkennt der Betrachter, dass der Schuhspanner selbst den Absatz bildet - eine Arbeit der Münsteraner Künstlerin Gilla Cardaun. Von Schönheit und Schmerz spricht das Objekt "bis aufs Blut": Der edel schwarz lackierte Spanner ist gespickt mit metallischen Dornen; Blut glänzt auf der Oberfläche und erinnert an Marter im Dienste der Schönheit.

190 Euro pro Stück

Ergänzend zu den Kunst-Spannern, die einheitlich pro Stück 190 Euro kosten, zeigt die Galerie weitere malerische, skulpturale oder auch multimediale Arbeiten rund ums Thema "Der Schuh in der Kunst".

Eröffnung am 26.8., 15 Uhr, Galerie ART-isotope, Hohe Str. 69. Am 12.10. (Finissage) verleiht eine Jury, darunter DASA-Direktor Prof. Gerhard Kilger und Moderator(in) Lilo Wanders, den Preis für die beiden besten Objekte.

 

 

 

   

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